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Attentäter steuerte Autobombe in Hotel – zehn Tote

Ein Selbstmordattentäter hat in der somalischen Hauptstadt Mogadiscio mehrere Menschen getötet, darunter hohe Politker. Die al-Shabaab-Miliz bekannte sich zum Anschlag.

Auch hohe Politiker wurden beim Anschlag verletzt: Rettungskräfte tragen einen Überlebenden weg. (20. Februar 2015)
Auch hohe Politiker wurden beim Anschlag verletzt: Rettungskräfte tragen einen Überlebenden weg. (20. Februar 2015)
Reuters

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein vor allem bei Politikern beliebtes Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadiscio haben Islamisten zehn Menschen getötet. Unter den Opfern seien der Parlamentarier Omar Ali Nur und der stellvertretende Bürgermeister von Mogadiscio, Mohamed Adan Gulled Aano-geel. Das sagte der somalische Sicherheitsbeamte Mohamed Hassan der Deutschen-Presse-Agentur. Mindestens zwei Minister wurden verletzt.

Ein Selbstmordattentäter hatte demnach seine Autobombe in das Tor des Hotels Central gesteuert, ein zweiter Angreifer sprengte sich im Gebäude in die Luft. Danach seien zahlreiche Schüsse gefallen. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische al-Shabaab-Miliz in ihrem Radiosender.

Zahl der Toten unklar

Es wurde vermutet, dass noch mehr Politiker ums Lebens gekommen oder verletzt worden sind, da das Central Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes häufig von Abgeordneten und Ministern besucht wird. Vize-Ministerpräsident Mohamed Omar Arte wurde nach Angaben seines Büros an den Beinen verwundet. Verletzt wurde auch Verkehrsminister Ali Ahmed Jama Jangeli.

Präsident Hassan Scheich Mohamud erklärte, sein Land werde den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen. Die Angreifer hätten unschuldige Muslime getötet. «Dieser Angriff zeigt, dass Terroristen nicht den geringsten Respekt vor der friedlichen Religion des Islam haben», sagte Mohamud.

Der Angriff sei verübt worden, als sich die Gäste gerade auf das Freitagsgebet in der Moschee des Hotels vorbereitet hätten, sagte Hassan. Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud verurteilte den Anschlag als «feigen Terrorakt», der sich gegen den Islam wende.

Hotel wird von Politikern genutzt

Aus dem Hotel stieg Rauch auf. Vor dem Gebäude lagen zwei blutüberströmte Leichen. Es steht in der Nähe des Präsidentenpalastes und wird von vielen Regierungsbeamten genutzt. Soldaten riegelten die Gegend ab und schossen in die Luft, um Schaulustige zu vertreiben.

Die al-Shabaab-Miliz hat Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und will in Somalia eine strikte Auslegung der islamischen Rechtsvorschriften einführen. Von 2007 bis 2011 beherrschte sie Mogadiscio, dann wurde sie von einer Interventionsstreitmacht der Afrikanischen Union vertrieben.

Vor gut vier Wochen hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem anderen Hotel der Hauptstadt in die Luft gesprengt und drei Somalier getötet – einen Tag bevor der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das Land besuchte.

SDA/rar

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