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Assad-Truppen beschiessen Viertel in Homs

Nach dem Scheitern der UNO-Resolution zu Syrien hält das Regime von Bashar al-Assad an seiner brutalen Taktik fest. Es gab erneut viele Tote. Der Widerstand rechnet sogar mit einer Grossoffensive.

Syrische Regierungstruppen haben nach Angaben von Aktivisten mehrere Viertel der Stadt Homs beschossen. Dabei seien mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, teilten das Syrische Observatorium für Menschenrechte und Aktivisten der Örtlichen Koordinationskomitees mit. Homs gilt als eines der Zentren des Aufstandes gegen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar Assad.

Aktivisten berichteten, ein behelfsmässig errichtetes Lazarett in der Stadt sei getroffen worden. Aktivist Omar Scheker sagte, ein Sanitäter und zwei Menschen vor dem Gebäude im Stadtteil Baba Amr seien dem Beschuss zum Opfer gefallen. «Wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen», sagte ein weiterer Aktivist, Madschd Amer, in einem Telefonat. Im Hintergrund waren Explosionen zu hören.

Die syrische Regierung bestritt, die Stadt sei beschossen worden und machte bewaffnete Terroristen für Angriffe auf Zivilisten und Polizisten verantwortlich. Es ist der dritte Tag der Kampfhandlungen in Homs. Erst am Samstag hatten syrische Regierungstruppen nach Aktivistenangaben mindestens 200 Menschen getötet.

Drei tote Soldaten an Grenze zu Türkei

Die amtliche Nachrichtenagentur Sana meldet zudem, dass Bewaffnete drei Soldaten erschossen und weitere gefangen genommen hätten. Der Vorfall habe sich an einem Kontrollposten in der Region Dschabal al-Sawija in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei ereignet.

Berichte über Raketenwerfer

Arabische Fernsehsender zeigten Livebilder aus der syrischen Protesthochburg: Es waren Explosionen zu hören, zudem stieg vielerorts Rauch über den Gebäuden auf. Augenzeugen berichteten, die Armee setze Raketenwerfer ein.

Homs ist ein Zentrum des Widerstands gegen die syrische Staatsführung unter Präsident Bashar al-Assad. Am Wochenende wurde die Weltöffentlichkeit durch Berichte über ein «Massaker» in der Nacht zum Samstag aufgeschreckt, bei dem in Homs nach Angaben der Opposition mehr als 230 Menschen getötet wurden. Die jüngsten Angriffe richteten sich nach Angaben der Opposition gegen die Stadtviertel Baba Amro und Inshaat.

«Grossoffensive» erwartet

Die Widerstandsgruppen rechnen mit einer «Grossoffensive». Sie forderten die Weltgemeinschaft auf, ein «weiteres Massaker» zu verhindern. Insgesamt wurden seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im vergangenen März nach UNO-Angaben mehr als 5400 Menschen getötet.

Eine Verurteilung durch den UNO-Sicherheitsrat kam bislang nicht zustande. Erneute Bemühungen um eine UNO-Resolution für einen Rücktritt des Präsidenten scheiterten am Wochenende am Veto Russlands und Chinas. Die Blockade der beiden Länder löste weltweit Empörung und Kritik aus. Die Opposition sprach von einer «Lizenz zum Töten».

Obama für Verhandlungslösung

US-Präsident Barack Obama hält eine Lösung des Konflikts in Syrien ohne militärisches Eingreifen von aussen für wichtig. Nicht in jeder Situation könne ein Militäreinsatz wie im Fall von Libyen in Betracht gezogen werden, sagte Obama. Ein Verhandlungslösung sei in Syrien möglich. Er verteidigte die Haltung der USA angesichts des Blutvergiessens dort und sagte, seine Regierung habe unablässig gefordert, dass Präsident Baschar Assad von der Macht abtrete. Obama äusserte sich in der «Today»-Show des Fernsehsenders NBC.

(AFP)

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