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Assad soll Granatenangriff überlebt haben

Syrische Rebellen vermeldeten einen Angriff auf den Präsidentenkonvoi. Der Informationsminister bezeichnete diese Nachricht in der Folge als «komplett unwahr».

Demonstrativer Auftritt: Assad beim Beten, nachdem Gerüchte aufkamen, dass sein Konvoi angegriffen worden sei. (8. August 2013)

Islamistische Rebellen in Syrien haben nach eigenen Angaben Mörsergranaten auf einen Autokonvoi mit Präsident Baschar al-Assad abgefeuert. Bei dem Angriff in Damaskus seien auch Fahrzeuge getroffen worden, sagte der Chef der Tahrir-al-Scham-Brigade, Firas al-Bitar, dem Fernsehsender al-Arabiya.

Später reklamierte noch eine zweite Islamistengruppe die Tat im schwer gesicherten Stadtteil Malki für sich. Die Regierung erklärte hingegen, es habe gar keinen solchen Angriff gegeben.

Assad hatte in einer Moschee in Malki an einem Gebet zum Ende des Fastenmonats Ramadan teilgenommen. Das staatliche Fernsehen zeigte auch Bilder von Assad neben Syriens Grossmufti. Zunächst blieb aber unklar, ob sie vor oder nach dem Beschuss entstanden sind.

Von Regierungstruppen abgeschottet

Informationsminister Omran al-Subi sagte, der Präsident und sein Konvoi seien nicht getroffen worden. «Die Nachricht ist komplett unwahr» und «ein Witz», sagte er im Staatsfernsehen. Seinen Worten zufolge fuhr Assad im eigenen Auto getrennt vom Konvoi zur Moschee. Die Rebellengruppe Tahrir-al-Scham erklärte, man habe die Route des Konvois ausgekundschaftet und mehrere 120-Millimeter-Geschosse abgefeuert.

Wie das in Grossbritannien ansässige oppositionelle Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mitteilte, schlugen drei Granaten frühmorgens in Malki ein. Der Chef des Zentrums, Rami Abdul-Rahman, bezweifelte, dass Assads Konvoi getroffen wurde. Das wohlhabende Viertel, in dem viele Angehörige der politischen und wirtschaftlichen Elite leben, ist in dem zweijährigen Bürgerkrieg bislang kaum in Mitleidenschaft gezogen worden: Es wird von Regierungstruppen stark abgeschottet.

Es war der dritte öffentliche Auftritt Assads innerhalb gut einer Woche. Die syrische Regierung versucht derzeit, die jüngsten Landgewinne im Kampf gegen die Aufständischen für sich zu vermarkten. Die Rebellen kämpfen seit mehr als zwei Jahren, um Assad zu stürzen. Dabei sind nach UN-Schätzungen mindestens 100'000 Menschen ums Leben gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete, dass auch mehrere Mörsergranaten in einem Vorort von Damaskus eingeschlagen seien, wo der schiitische Sajeda-Seinab-Schrein steht. Dabei seien fünf Menschen getötet worden.

AP/mrs

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