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Assad gibt USA die Schuld an Ende der Feuerpause

Der US-Luftangriff sei kein Versehen gewesen, sondern «definitive Absicht». In einem Interview macht Bashar al-Assad Washington schwere Vorwürfe.

Der US-Luftangriff war «definitive Absicht»: Bashar al-Assad gibt der Nachrichtenagentur AP ein Interview.
Der US-Luftangriff war «definitive Absicht»: Bashar al-Assad gibt der Nachrichtenagentur AP ein Interview.
Keystone
Zudem machte Assad die USA für das Ende der jüngsten Feuerpause in Syrien verantwortlich.
Zudem machte Assad die USA für das Ende der jüngsten Feuerpause in Syrien verantwortlich.
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Das Interview wurde im Muhajirin-Palast in Damaskus geführt, wo Assad oft Gäste empfängt.
Das Interview wurde im Muhajirin-Palast in Damaskus geführt, wo Assad oft Gäste empfängt.
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Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat die Luftangriffe der US-geführten Koalition auf einen Stützpunkt der syrischen Armee mit Dutzenden Toten als «definitiv absichtlich» bezeichnet. Sie hätten fast eine Stunde angedauert, sagte Assad der Nachrichtenagentur AP in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Die USA hatten von einem versehentlichen Angriff auf die Basis in der umkämpften Region Deir al-Zor im Osten des Landes gesprochen. AP sprach mit Assad am Mittwoch in Damaskus.

Zudem machte Assad die USA für das Ende der jüngsten Feuerpause in Syrien verantwortlich. Auch wies er Anschuldigungen zurück, Syrien oder Russland hätten einen Hilfskonvoi nahe Aleppo beschossen. Dabei waren am Montagabend mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Assad: USA will nicht gegen IS kämpfen

Der seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg in Syrien werde zudem weitergehen, weil von aussen weiterhin Unterstützung für seine Gegner komme, sagte Assad in dem Interview weiter. Seiner Meinung nach könnten syrische Flüchtlinge innerhalb weniger Monate zurückkehren, wenn die USA, Saudiarabien, die Türkei und Katar aufhörten, Rebellen zu unterstützen, zeigte sich Assad überzeugt.

Die USA hätten nicht den Willen, mit Russland gemeinsam gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu kämpfen, sagte der seit 16 Jahren regierende Präsident weiter. Ein gemeinsames Vorgehen hatten Washington und Moskau gegen den IS ursprünglich besprechen wollen, sofern die jüngste Feuerpause mindestens sieben Tage anhalte. Syriens Armee hatte die von USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe am Montagabend aber für beendet erklärt, nicht zuletzt hatte dabei auch der Angriff auf die syrische Militärbasis eine Rolle gespielt.

«Es waren vier Flugzeuge»

Assad wird in dem Konflikt von Russland unterstützt, das seit fast einem Jahr Luftangriffe auf Gegner fliegt. Der Luftangriff auf den syrischen Militärstützpunkt war am 17. September erfolgt, mehr als 60 syrische Soldaten wurden nach russischen Angaben getötet. Die USA sprachen von einem Versehen, denn der Angriff habe dem IS gegolten, der in der Nähe Stellungen innehat. Assad sagte in dem Interview dazu: «Es war nicht ein Versehen eines Flugzeuges (...) Es waren vier Flugzeuge, die die Position der syrischen Armee für fast eine Stunde oder etwas mehr als eine Stunde angriffen. Du machst keinen Fehler mehr als eine Stunde lang.»

Das Interview wurde im Muhajirin-Palast in Damaskus geführt, wo Assad oft Gäste empfängt. Er liess dabei keinen Zweifel an seiner gestärkten Position, die zeitweise durch den Aufstand und den militärischen Erfolg der Rebellen sehr geschwächt schien. Doch mit der massiven Unterstützung durch Russland im September 2015 drehte sich das Kampfgeschehen in dem Konflikt zu seinen Gunsten.

(SDA)

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