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Anschlagsserie in zehn Städten

Im Irak sind bei mehreren Terrorakten in mindestens zehn Städten bis zu 70 Menschen getötet worden. Auslöser der Gewalt seien politische Konflikte, vor allem zwischen Kurden und Schiiten.

Menschen strömten auf die Strassen als Bomben explodierten: Anschläge im Irak. (Video: Reuters)

Der Irak kommt nicht zur Ruhe: Bei der Serie schwerer Attentate von gestern sind nach Behördenangaben mindestens 93 Menschen getötet worden. Während die Angehörigen die Opfer beerdigten, waren Regierungsvertreter damit beschäftigt, sich ein Bild vom Ausmass der Anschläge zu machen, die zu den schlimmsten seit dem Abzug der US-Streitkräfte aus dem Irak im Dezember zählten.

«Al-Qaida will den Irakern die klare Botschaft schicken, dass die Terroristen immer noch stark und in der Lage sind, ihnen Leid zuzufügen», sagte Hakim al Samili, ein schiitischer Abgeordneter, der dem Verteidigungs- und Sicherheitsausschuss des Parlaments angehört. Er verwies aber auch auf «grosse Summen», die eingesetzt würden, um die Sicherheitskräfte zu stärken.

Keine Rücksicht auf Ende des Ramadan

Die Anschläge begannen am Donnerstagmorgen im Norden des Landes und endeten erst kurz vor Mitternacht mit tödlichen Bombenexplosionen in der Nähe von belebten Märkten, Restaurants und Eisdielen. Mindestens zehn Städte waren betroffen. Sie ereigneten sich an einem der letzten Tage des Fastenmonats Ramadan, den die Menschen in der Öffentlichkeit feierten und der von besonderen Sicherheitsmassnahmen begleitet war. Die meisten Toten gab es bei Autobombenanschlägen, doch die Angreifer benutzten auch kleinere Sprengstoffsätze und erschossen einige Opfer.

Allein die Explosion einer Autobombe in Bagdads Stadtteil Safaranija kostete 21 Menschen das Leben. 14 Menschen starben, als im Stadtteil Sadr eine Bombe hochging. In Tal Afar, das rund 420 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt liegt, tötete ein Selbstmordattentäter sieben Menschen.

«Die Terroristen wollen den irakischen Bürgern klarmachen, dass die Sicherheitskräfte sie immer noch nicht verteidigen können», sagte al Samili. Zwar bekannte sich Al-Qaida bisher nicht zu den Anschlägen. Doch die offensichtlich abgestimmte Serie von Attentaten deutet auf das Terrornetzwerk hin. Es versucht offenbar, nach dem Abzug der US-Soldaten zumindest Teile des Landes wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Im August gab es im Irak schon mehr als 190 Tote.

SDA/rub

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