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Ankara zieht Truppen aus dem Irak ab

Die Türkei reagiert auf eine Forderung der USA und zieht sich aus dem Nordirak zurück. Die drei Länder wollen sich künftig besser absprechen.

Die Türkei zieht ihre Truppen aus dem Norden des Irak ab: Demonstranten hatten dies zuletzt mehrfach gefordert. (12.12.15)
Die Türkei zieht ihre Truppen aus dem Norden des Irak ab: Demonstranten hatten dies zuletzt mehrfach gefordert. (12.12.15)
AP/Karim Kadim

Ankara hat den Abzug der türkischen Truppen aus dem Nordirak angekündigt. Damit reagiert die türkische Regierung auf eine entsprechende Aufforderung von US-Präsident Barack Obama.

Wie das türkische Aussenministerium am Abend mitteilte, wird die Türkei «aus Rücksichtnahme auf die Bedenken der irakischen Seite» den begonnenen Prozess zum Abzug ihrer Soldaten aus der nordirakischen Provinz Mossul fortsetzen.

Türkei reagiert auf Forderung der USA

Nach Angaben des Weissen Hauses hatte Obama am Freitag in einem Telefonat mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan «zusätzliche Schritte» verlangt, um die Spannungen mit der irakischen Regierung zu entschärfen. Ankara müsse «die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak» respektieren.

Die Türkei hatte Anfang des Monats hunderte Soldaten und mehrere Panzer ins nordirakische Baschika verlegt. Die Einheiten sollten türkische Soldaten schützen, die dort neben kurdischen Peschmerga auch sunnitische Freiwillige aus dem Irak für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausbilden.

Kampf gegen IS besser koordinieren

Die irakische Zentralregierung in Bagdad beklagte daraufhin, die Entsendung sei nicht mit ihr abgesprochen. Am vergangenen Montag zog die türkische Regierung einen Teil der Truppen ab.

Nach Angaben des Weissen Hauses vereinbarten Obama und Erdogan «diplomatische Bemühungen», um den Kampf gegen die IS-Miliz zwischen den USA, der Türkei und dem Irak besser zu koordinieren. Bei dem Telefonat sei es auch um die US-türkische Zusammenarbeit beim Kampf gegen die Jihadisten in Syrien gegangen.

USA küdigen Untersuchung an

Die US-Armee hatte am Freitag zudem eingestanden, dass durch einen Luftangriff der US-geführten Anti-IS-Koalition im Irak vermutlich irakische Soldaten getötet wurden. Die US-Armee kündigte am Freitag eine Untersuchung dazu an.

In einer Erklärung hiess es, ersten Informationen zufolge bestehe die «Möglichkeit», dass bei einem Bombardement der Koalition in der Nähe der irakischen Stadt Falludscha westlich von Bagdad versehentlich irakische Soldaten getötet worden seien. Die Koalition brachte demnach ihr Beileid zum Ausdruck.

Vermutlich handelt es sich um denselben Vorgang, zu dem die irakische Armee zuvor den Tod beziehungsweise die Verwundung von zehn irakischen Soldaten in der Nähe der Dschihadisten-Hochburg Falludscha gemeldet hatte.

SDA/ofi

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