Zum Hauptinhalt springen

Ahmadinejad prescht im Syrienkonflikt vor

Der iranische Präsident will eine Lösung der Syrienkrise herbeiführen. Am Rande der UNO-Vollversammlung kündigte er das Treffen einer neuen Kontaktgruppe aus rund einem Dutzend Ländern an.

Plädierte für eine neue Weltordnung: Der iranische Präsident winkt beim Erreichen des Podiums an der UNO-Vollversammlung. (24. September 2012)
Plädierte für eine neue Weltordnung: Der iranische Präsident winkt beim Erreichen des Podiums an der UNO-Vollversammlung. (24. September 2012)
Keystone

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad sieht die Notwendigkeit einer neuen Weltordnung. Eine solche Ordnung müsse jenseits der amerikanischen «Schikane» und Dominanz entstehen, sagte er gestern am Rande der UN-Vollversammlung der Nachrichtenagentur AP in einem Interview. So hätten sogar Grundschulkinder in aller Welt verstanden, dass die USA eine internationale Politik der Einschüchterungen verfolgten. Das müsse aufhören, forderte Ahmadinejad.

Zudem stellte der iranische Präsident eine neue Initiative zur Lösung der Syrien-Krise vor. Der Iran gehöre zu rund einem Dutzend Ländern, die sich im Bemühen um eine Beilegung des Konflikts zu einer Kontaktgruppe zusammengeschlossen hätten. So hoffe die unter anderem aus Ländern im Nahen Osten bestehende Gruppe, sowohl die syrische Regierung als auch die Opposition an den Verhandlungstisch zu bekommen. Die Kontaktgruppe werde sich «sehr bald» in New York treffen, kündigte Ahmadinejad an.

Eklat bereits zu Beginn

Erst Anfang September hatte der ägyptische Präsident Mohammed Mursi die Gründung des «Islamischen Quartetts» mit dem Iran, der Türkei und Saudiarabien bekanntgegeben, einer Initiative, mit der die Regionalmächte eine Lösung in der Syrien-Krise herbeiführen wollen. Inwiefern sich die von Ahmadinejad präsentierte Kontaktgruppe mit den Vermittlungsbemühungen von Mursi und dem internationalen Sondergesandten Lakhdar Brahimi in Einklang bringen lassen könnte, blieb zunächst offen.

Zudem wies Ahmadinejad erneut den vom Westen gehegten Verdacht von sich, dass sein Land nach Atomwaffen streben könnte. Im Übrigen gehe es dem Iran auch trotz der internationalen Sanktionen besser als zum Zeitpunkt seines Amtsantritts im Jahr 2005, erklärte er.

Bereits vor Beginn der Generaldebatte hatte der iranische Präsident in New York für einen Eklat gesorgt. Auf einer Konferenz zur Rechtsstaatlichkeit nannte Ahmadinejad Israel am Montag ein «künstliches Regime», das von den USA gestützt werde. Der israelische UN-Botschafter Ron Prosor verliess daraufhin den Saal.

Beratungen über den Iran

Die Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland berät morgen am Rande der UN-Vollversammlung über den Iran. Bei dem Treffen der sogenannten 5+1-Gruppe in New York solle über die nächsten Schritte im Atomstreit mit Teheran gesprochen werden, verlautete gestern aus US-Kreisen am Sitz der Vereinten Nationen.

Nach einem Treffen der politischen Direktoren der Länder würden anschliessend die Minister beraten. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hatte der Regierung in Teheran gestern in New York mit schärferen Sanktionen gedroht. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe entschieden zurück und beharrt auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

dapd/sda/AFP/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch