US-Soldaten jagen ugandische Miliz

Die USA greifen in den Bürgerkrieg in Uganda ein: Barack Obama schickt rund hundert Soldaten in das Land. Dort sollen sie die brutalen Truppen der Lord's Resistance Army bekämpfen.

Ihr Anführer wird von Den Haag gesucht: Soldaten der Lord's Resistance Army. (Archivbild)

Ihr Anführer wird von Den Haag gesucht: Soldaten der Lord's Resistance Army. (Archivbild)

(Bild: Reuters)

Die USA schalten sich in einen der blutigsten Konflikte Afrikas ein. Präsident Barack Obama kündigte an, etwa hundert amerikanische Soldaten zur Bekämpfung der radikalchristlichen Miliz Lord's Resistance Army (LRA) nach Uganda zu entsenden. Dort sollen sie unter anderem dabei helfen, den berüchtigten LRA-Anführer Joseph Kony zu fassen. Kampfhandlungen sollen die US-Soldaten höchstens zur Selbstverteidigung durchführen, sagte Obama.

Das Weisse Haus teilte mit, die ersten Soldaten des Kontingents seien bereits am Mittwoch in Uganda angekommen. Andere werden auch im Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und dem Kongo zum Einsatz kommen.

Spezialeinheiten entsandt

Obwohl die Truppenstärke gering ist, stellt die Intervention einen höchst ungewöhnlichen Schritt für die Vereinigten Staaten dar. Einige US-Soldaten sind in Dschibuti stationiert, andere wurden nach Somalia entsandt, aber traditionell hat sich Washington beim Kampf gegen afrikanische Aufständische immer zurückgehalten.

Die meisten der eingesetzten Soldaten sind nach Angaben des Pentagons Spezialeinheiten, die afrikanischen Truppen Sicherheits- und Kampftraining geben sollen. Auch in geringer Zahl gelten sie als sehr effektiv bei der Bekämpfung von Netzwerken von Aufständischen.

Tausende Menschen umgebracht

Beobachter werten den Einsatz in Afrika als Erfolg für jene Berater Obamas, die mehr Einsatz bei Krisen in Afrika fordern. Einige von ihnen wiesen wiederholt daraufhin, wie es die USA in den 1990ern versäumt haben, den Völkermord in Ruanda zu stoppen.

Auch die Gräuel der seit 24 Jahren aktiven Rebellengruppe LRA haben tausende Menschen das Leben gekostet und 300'000 Menschen zur Flucht gezwungen. Menschenrechtsgruppen werfen der LRA die Rekrutierung von Kindersoldaten und Vergewaltigungen der Kinder vor. Ihr Anführer Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in seinem Heimatland Uganda gesucht. Der selbsternannte Prophet, der christlichen Mystizismus in seine Politik einfliessen lässt, soll sich derzeit an der sudanesisch-kongolesischen Grenze aufhalten.

kpn/dapd

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