Schweizer Spendengelder für Vorurteile

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) unterstützt Antisemitismus.

Finanziert mit Hilfe aus der Schweiz. Karikatur der Flüchtlingsorganisation Badil, die vom Heks gefördert wird.

Finanziert mit Hilfe aus der Schweiz. Karikatur der Flüchtlingsorganisation Badil, die vom Heks gefördert wird.

Nach anhaltender Kritik am Umgang des Hilfswerks der evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) mit Spenden- und Steuergeldern meldet sich Direktor Ueli Locher in der BaZ vom 16.?3.?2015 zu Wort. Das Heks stelle das «Existenzrecht» des UNO-Mitglieds Israel, einer pluralistischen Demokratie und der einzige Ort im Nahen und Mittleren Osten, wo Christen nicht verfolgt werden, «nicht infrage». Diese niedrigste Form der Akzeptanz ist wahrlich ein monumentaler Akt christlicher Nächstenliebe. Locher spricht darin in Verkennung der realen Verhältnisse von den Palästinensern als «Rechtlosen».

Das rechtlich nicht legitimierte «Rückkehrrecht» palästinensischer Flüchtlinge, das Locher und den vom Heks alimentierten antiisraelischen NGOs so sehr am Herzen liegt, wurde von Gamal Abdel Nasser bereits im September 1960 als arabische Strategie entlarvt: «Wenn die arabischen Flüchtlinge (der Begriff «Palästinenser» wurde 1968 von Yassir Arafat erfunden) nach Israel zurückkehren, wird Israel aufhören zu existieren.»

Das Heks wird gemäss seinen «Werten und Zielen» vom Bund mit Steuergeldern subventioniert und erhält Spendengelder. Diese finanziellen Mittel sind im Sinne der im Heks-Leitbild definierten Ziele zweckgebunden, was die Finanzierung jeglicher politischer Agitation ausschliesst. Schon gar nicht ist dieses Kapital zu verwenden, um die «surrealen Träume» einer Bevölkerungsgruppe zu verwirklichen, von der gemäss einer aktuellen Studie 80 Prozent den Mord an Juden befürworten.

Das Heks leistet punktuell gute Arbeit. Bezüglich Israel versagt jedoch aufgrund der jahrtausendalten anti­jüdischen Haltung der Kirche der moralische Kompass. In einer komplexen ­Krisensituation bezieht das Heks ein­seitig Partei gegen Israel. Es masst sich an, «Schuldige» zu bestimmen und diese (vor) zu verurteilen. Doch damit nicht genug: Das Heks lanciert sogar Strafmassnahmen, wie die Kennzeichnung israelischer Produkte, ähnlich der erzwungenen Kleiderkennzeichnung von Juden im Mittelalter. Ein «gelber Fleck» (daraus entstand der gelbe Judenstern der Nazis) für jüdische Waren. Eine Massnahme, die paradoxerweise vor allem palästinensischen Arbeitern schadet. Denn in den Fabriken, wo diese gekennzeichneten israelischen Produkte hergestellt werden, arbeiten mehrheitlich Palästinenser und verdienen, was sie für sich und ihre Familien brauchen. Der Hass auf Israel ist grösser als der Wunsch, Gutes zu tun.

Diffamierung wie im Mittelalter

Im Mittelalter wurden die Juden von Christen als Ritualmörder und Brunnenvergifter diffamiert, heute verleumdet man Israel als «Apartheidstaat» oder bezichtigt einen Rechtsstaat des «Genozids» an den Palästinensern. Mit Geld von der Heks entstehen Karikaturen, die keinen Zweifel an ihrer antisemitischen Stossrichtung lassen.

Ob Mittelalter oder Gegenwart: Die Verleumdungen entbehren jeglicher Realität und dienen allein der Dämonisierung der Juden. Solange die recht­liche Situation in den umstrittenen Gebieten nicht abschliessend geklärt ist und in der vom Heks fortwährend ignorierten Charta der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO nach wie vor die Vernichtung der Juden festgeschrieben steht, sollte Ueli Locher auf Vorwürfe bezüglich der «Verletzung internationalen Rechts» durch Israel verzichten und sich stattdessen auf die Kernkompetenz und den Stiftungszweck des Heks konzentrieren. Unaufgeregt, dezidiert und respektvoll.

Basler Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt