Sakineh Ashtianis Anwalt verschwunden

Der Verteidiger der zur Hinrichtung verurteilten Iranerin ist nach Angaben von Amnesty International nicht auffindbar. Der Anwalt hatte befürchtet, dass er festgenommen würde.

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Im Iran wird nach Angaben von Amnesty International der Anwalt der zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Ashtiani vermisst. Mohammad Mostafaei sei am Wochenende ins Teheraner Ewin-Gefängnis bestellt und seitdem nicht mehr gesehen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch. Seine Frau und sein Schwager seien festgenommen worden. Die geplante Steinigung hatte im Westen Empörung ausgelöst.

Die Justizbehörden hatten daraufhin vor zweieinhalb Wochen erklärt, die Hinrichtung werde vorerst nicht vollstreckt. Mostafaei zufolge hatte Ashtiani während des Prozesses keinen Zugang zu einem Verteidiger.

Schon länger von den Behörden beobachtet

Mostafaei sei den iranischen Behörden ein Dorn im Auge, sagte Amnesty-Vertreter Malcolm Smart. Der Anwalt hat zahlreiche jugendliche Straftäter und politische Häftlinge verteidigt. Im Jahr 2008 startete er zusammen mit Kollegen eine Kampagne gegen die Hinrichtung von Jugendlichen.

Nach Angaben von Amnesty wurde Mostafaei am Samstag zu einer Vernehmung ins Ewin-Gefängnis bestellt, kam nach wenigen Stunden wieder frei und wurde kurz darauf aufgefordert, zurückzukommen. Seitdem sei nicht bekannt, wo er sich aufhalte. Laut Amnesty schrieb er auf dem Online-Netzwerk Facebook, es sei möglich, «dass sie mich festnehmen».

oku/dapd

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