Netanyahu tritt persönlich vor UNO-Vollversammlung

Der israelische Regierungschef will die Interessen seines Landes selber vor den Vereinten Nationen vertreten. Er plant in New York eine Rede zum Streit um den Palästinenserstaat zu halten.

Lehnt die Anerkennung eines Palästinenserstaates ab: Regierungschef Benjamin Netanyahu.

Lehnt die Anerkennung eines Palästinenserstaates ab: Regierungschef Benjamin Netanyahu.

(Bild: Keystone)

Im Streit um die mögliche Anerkennung eines Palästinenserstaates will Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu die Position seines Landes persönlich vor den Vereinten Nationen vortragen. Er werde in der kommenden Woche nach New York reisen und vor der UNO-Vollversammlung eine Rede halten, sagte Netanyahu in Jerusalem. Die israelische Regierung lehnt die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die UNO vehement ab.

Die Palästinenser streben einseitig die staatliche Anerkennung durch die UNO in den Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 an, also mit dem Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem. Am Rande der UNO-Generaldebatte in New York will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in der kommenden Woche das Ersuchen an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben.

Israel droht mit Aufhebung aller Verträge

Jerusalem Im Fall eines Antrags auf Anerkennung eines Palästinenserstaates bei der UNO hat Israel mit der Aufhebung aller bislang mit den Palästinensern geschlossenen Abkommen gedroht. Die Palästinenser wollen ihren Antrag kommende Woche bei der UNO einreichen. «Wenn die Palästinenser einseitig einen solchen Entscheid treffen, bedeutet das die Aufhebung aller Verträge», sagte Vizeaussenminister Danni Ajalon im israelischen Radio.

Ein Antrag der Palästinenser auf staatliche Anerkennung bei der UNO befreie Israel zudem von allen seinen «Verpflichtungen» und die Palästinenser müssten dafür die «vollständige Verantwortung» tragen. Konkrete Details zu den möglichen Vergeltungsmassnahmen wollte Ajalon zunächst allerdings nicht nennen.

Forderungen seit Jahrzehnten

Israels Aussenminister Avigdor Lieberman hatte bereits Mittwoch vor «harschen und gravierenden Konsequenzen» gewarnt, sollten die Palästinenser wie geplant in der kommenden Woche bei der UNO ihre Aufnahme als Staat beantragen. Wie diese Konsequenzen genau aussehen sollten, sagte allerdings auch Lieberman nicht.

Die Forderung nach einem eigenen Staat erheben die Palästinenser bereits seit Jahrzehnten. Israel und die USA wollen dies verhindern. Russland und China signalisierten ihre Zustimmung, die EU ist in der Frage gespalten.

kpn/AFP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt