Einer von drei Kämpfern ist ein Kind

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF beziffert den Anteil an Kindersoldaten im Jemen auf 30 Prozent. Zudem drohe den Kindern eine akute Nahrungsmittelkrise und Mangelernährung.

Kinder der Front: Ein bewaffneter Junge aus Sanaa trägt zum Schutz vor einem Sandsturm eine Chirurgenmaske. (3. April 2015)

Kinder der Front: Ein bewaffneter Junge aus Sanaa trägt zum Schutz vor einem Sandsturm eine Chirurgenmaske. (3. April 2015)

(Bild: Reuters Mohamed al-Sayaghi)

Nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF sind bis zu einem Drittel der Kämpfer im Jemen Kinder.

«Wir sehen Kinder im Kampf, an Kontrollpunkten und leider auch unter den Toten und Verletzten.»Julien Harneis, UNICEF-Vertreter im Jemen

UNICEF-Mitarbeiter und ihre Partner schätzten die Zahl der Kinder in bewaffneten Gruppen auf bis zu 30 Prozent, sagte Harneis. In der jemenitischen Stammeskultur ist es üblich, dass Knaben früh an der Waffe ausgebildet werden.

Seit dem 26. März sind bei bewaffneten Auseinandersetzungen im Jemen nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks mindestens 77 Kinder getötet und 44 weitere verletzt worden. Die tatsächlichen Zahlen seien vermutlich weitaus höher, beklagte Harneis.

Hunger droht

Durch die immer intensiver werdenden Kämpfe im Jemen werde die Gesundheitsversorgung beeinträchtigt und die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen vieler Kinder in dem Land würden verschärft. Diesen Kindern drohe eine akute Nahrungsmittelkrise und Mangelernährung. Schon vor einem Jahr lag die chronische Mangelernährung bei 48 Prozent – laut Harneis eine der höchsten Raten weltweit.

Auch die Schulbildung erleide durch die Kämpfe weitere Rückschläge. Schon jetzt gingen eine Million schulpflichtige Kinder nicht zur Schule.

Harneis hält sich derzeit in Genf auf, um Diplomaten über das Leid der Kinder vor Ort zu unterrichten.

Geflohener Präsident

Im Jemen hatte die schiitische Huthi-Miliz im September die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa übernommen, seitdem rückte sie immer weiter nach Süden vor. Der international anerkannte Präsident Abd Rabo Mansur Hadi floh zunächst in die südliche Hafenstadt Aden und inzwischen nach Saudiarabien.

Saudiarabien und mehrere andere arabische Staaten begannen am 26. März, Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen zu fliegen.

pst/sda

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