Christen-Verfolgung im Irak ist «Verbrechen gegen Menschlichkeit»

Tausende Christen flohen am Wochenende aus der irakischen Stadt Mossul. Ihre Vertreibung könnte laut der UNO ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein.

Aus ihrer Heimat vertrieben: Flüchtlingskinder aus Mossul suchen Schutz im Ort Qaraqush. (19. Juli 2014)

Aus ihrer Heimat vertrieben: Flüchtlingskinder aus Mossul suchen Schutz im Ort Qaraqush. (19. Juli 2014)

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Schikane der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) gegen Christen im Irak als mögliches «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» eingestuft. Er verurteile die «systematische Verfolgung von Minderheiten im Irak» durch die Extremisten aufs Schärfste, erklärte Ban am Sonntag.

Die IS-Milizen hatten den Christen in der von ihnen kontrollierten Stadt Mossul ein Ultimatum zum Verlassen der einst multireligiösen Metropole gestellt und ihnen andernfalls mit dem Tod gedroht. Tausende Christen flohen am Wochenende panikartig in die kurdischen Gebiete des Irak, um dort Schutz vor den radikalsunnitischen Kämpfern zu suchen.

Häuser von Christen markiert

Die Christen waren vergangene Woche in einer Erklärung der IS-Gruppierung, die Mossul und die umliegenden Gebiete seit einem Monat kontrolliert, aufgerufen worden, zum Islam zu konvertieren und eine Sondersteuer zu zahlen. Andernfalls müssten sie ihre Häuser und die Stadt verlassen.

Augenzeugen berichteten, Rebellenkämpfer hätten in den vergangenen Tagen die Häuser von Christen mit einem «N» für Nassarah markiert. Dies ist der im Koran verwendete Begriff für Christen.

Die christliche Minderheit, die seit der Frühzeit des Christentums im Irak lebt, sah sich in den vergangenen Jahren immer wieder Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. Vor dem Einmarsch des US-Militärs im Jahr 2003 lebten mehr als ein Million Christen im Irak. Mehr als die Hälfte von ihnen hat das Land seitdem verlassen.

fko/sda

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