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31 Zivilisten sterben bei Anschlag in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Provinz Kundus sind 31 Menschen getötet worden. Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz vor dem Eingang eines Regierungsgebäudes.

Ein Bild des Grauens: Zivilisten tragen einen Verletzten des Attentats weg. (Video: Reuters)

Inmitten einer Menge wartender Zivilisten hat ein Selbstmordattentäter in der nordafghanischen Provinz Kundus mindestens 31 Menschen getötet. 39 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als der Attentäter am Montag vor einem Verwaltungsgebäude im Bezirk Imam Sahib seinen Sprengsatz zündete.

Laut Bezirksgouverneur Mohammad Ajob Hakjar erlagen einige von ihnen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Nach Angaben von Behördenvertretern vor Ort und in Kabul handelte es sich bei allen Todesopfern um Zivilisten. Sie wollten sich in dem Verwaltungsgebäude neue Personalausweise und andere Papiere abholen.

«Überall hört man Schreie»

Ein örtlicher Bewohner namens Mohammad Ismail beschrieb die Lage im Krankenhaus als chaotisch. Überall auf dem Fussboden lägen Verwundete neben Leichen «mit abgetrennten Händen oder Beinen», sagte Ismail der Nachrichtenagentur AFP. «Es ist eine Katastrophe. Überall hört man Schreie.»

Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban bekannte sich im Namen seiner Gruppe zu dem Anschlag. Er sprach von 30 getöteten Sicherheitskräften. Die Taliban bestreiten grundätzlich, für den Tod von Zivilisten verantwortich zu sein.

Die islamistische Gruppe hat ihren Aufstand gegen die afghanischen und ausländischen Truppen in den vergangenen Monaten immer mehr von ihren Hochburgen im Süden und Osten in Richtung Norden ausgeweitet. In der Region hat die Bundeswehr das Oberkommando über die Soldaten der Nato-Truppe ISAF. Vor allem die Provinz Kundus war zuletzt verstärkt Schauplatz von Attentaten. Erst Anfang Februar wurden dort bei einem Selbstmordanschlag ein Bezirksgouverneur und zwei weitere Menschen getötet.

Mehrere Tote durch Luftangriffe

In der ostafghanischen Provinz Nangarhar kamen bei einem Luftangriff von Nato-Truppen am Montagmorgen nach afghanischen Angaben sechs Zivilisten ums Leben. Bei den Toten handle es sich um ein Ehepaar und deren vier Kinder, sagte ein Sprecher der Provinzregierung, Ahmed Sia Abdulsai, der Nachrichtenagentur AFP. Der Raketenbeschuss habe eigentlich drei Aufständischen gegolten, die auf einer Strasse Minen hätten deponieren wollen. «Eine Rakete traf jedoch irrtümlich ein Haus und tötete sechs Zivilisten, alles Mitglieder der selben Familie», sagte der Sprecher.

Ein Nato-Sprecher sagte, der Vorfall werde untersucht. Ihm lägen Berichte über zwei Tote und fünf Verletzte vor. Am Sonntag hatte Afghanistans Präsident Hamid Karzai den internationalen Truppen vorgeworfen, bei Einsätzen und Luftangriffen in der Nachbarprovinz Kunar während der vergangenen Woche mindestens 50 Zivilisten getötet zu haben.

dapd/ AFP/kpn, pbe

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