Zum Hauptinhalt springen

22 Kinder sterben bei Luftangriff auf syrische Schule

Die Unicef bezeichnet einen Angriff durch russische oder syrische Kampfflugzeuge auf eine Schule in der syrischen Provinz Idlib als «Tragödie».

Syrische oder russische Kampfflugzeuge flogen sechs Angriffe auf das Dorf Hass: Zerstörtes Klassenzimmer. (26. Oktober 2016)
Syrische oder russische Kampfflugzeuge flogen sechs Angriffe auf das Dorf Hass: Zerstörtes Klassenzimmer. (26. Oktober 2016)
Omar haj kadour, AFP
Ein Mann untersucht die Schäden an der Schule. (26. Oktober 2016)
Ein Mann untersucht die Schäden an der Schule. (26. Oktober 2016)
Omar haj kadour, AFP
Dieses Bild der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte soll die Angriffe auf das Dorf Hass zeigen. (26. Oktober 2016)
Dieses Bild der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte soll die Angriffe auf das Dorf Hass zeigen. (26. Oktober 2016)
Revolutionary Forces of Syria, Keystone
1 / 5

Bei Luftangriffen auf eine Schule in Syrien sind nach Informationen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef am Mittwoch mindestens 22 Kinder getötet worden. Die Unicef bezeichnete den Angriff auf die Schule in der syrischen Provinz Idlib als «Tragödie».

In einer Erklärung des Unicef-Generaldirektor Anthony Lake hiess es: «Sollte der Angriff vorsätzlich ausgeführt worden sein, wäre er ein Kriegsverbrechen.»

Die Schule in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib sei «wiederholt angegriffen worden», beklagte Lake. Der Vorfall müsse die internationale Gemeinschaft aufrütteln. Es reiche nicht aus, Abscheu angesichts solcher «barbarischer Taten» zu zeigen, sagte er. Die Welt müsse darauf bestehen, dass dies aufhört.

Sechs Luftangriffe auf das Dorf Hass

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits am Mittwochnachmittag über den Angriff auf die Schule berichtet. Zunächst war jedoch unklar geblieben, wie viele Schüler getötet wurden.

Nach Darstellung der Menschenrechtsstelle hatten syrische oder russische Kampfflugzeuge mindestens sechs Luftangriffe auf das Dorf Haas geflogen, wo die Schule liegt.

Die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Russische Beteiligung nicht ausgeschlossen

Das syrische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf Militärkreise, zahlreiche Aufständische seien bei Angriffen in Haas getötet worden. Eine Schule wurde nicht erwähnt.

Der russische UNO-Botschafter Vitali Tschurkin wollte in New York nicht ausschliessen, dass die Luftwaffe seines Landes an den Angriffen beteiligt gewesen sein könnte.

«Es wäre jetzt einfach für mich zu sagen: ‹Nein›», sagte Tschurkin. «Ich bin aber ein verantwortungsvoller Mensch. Ich muss nun erstmal abwarten, was unser Verteidigungsminister dazu sagt.» Tschurkin fügte hinzu: «Das ist schrecklich. Ich hoffe, wir haben nichts damit zu tun.»

Vorwürfe an Assad

Die Luftwaffen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und seines Verbündeten Russland sind wiederholt beschuldigt worden, Zivilisten und zivile Einrichtungen in Syrien zu bombardieren.

Die Provinz Idlib wird von dem islamistischen Rebellenbündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) kontrolliert. Ihm gehören unter anderem die Jihadisten der Fateh-al-Scham-Front an, die bis zu ihrer selbst erklärten Abspaltung vom Terrornetzwerk al-Qaida Al-Nusra-Front hiess. Nach Angaben der Beobachtungsstelle ist Idlib in den vergangenen Woche verstärkt bombardiert worden.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch