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100'000 Menschen flüchten aus Flüchtlingslager

Palästinenserpräsident Abbas möchte die von der Gewalt in Damaskus vertriebenen Flüchtlinge zurückholen. Eine Rückkehr wird Israel aber wohl ablehnen. Die UNO bittet derweil um 1,5 Milliarden Dollar für Syrien.

Vor der Gewalt im Flüchtlingslager Jarmuk geflohen: Ein Palästinenser an der Grenze zum Libanon. (19. Dezember 2012)
Vor der Gewalt im Flüchtlingslager Jarmuk geflohen: Ein Palästinenser an der Grenze zum Libanon. (19. Dezember 2012)
AFP

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat sich für eine Aufnahme palästinensischer Flüchtlinge aus Syrien in den Palästinensergebieten ausgesprochen. Abbas habe UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, «unserem Volk in Syrien» den Zugang zu den Autonomie-Gebieten zu ermöglichen.

Das berichtete die Nachrichtenagentur Wafa. Grund sei, dass die Flüchtlingslager von dem Konflikt in Syrien stark betroffen seien. Zugleich betonte Abbas, dass sich die Palästinenser nicht in die Angelegenheiten arabischer Länder einmischten.

Zwei Drittel der Lagereinwohner geflohen

Tausende Palästinenser flohen bereits vor den Kämpfen aus dem Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus, das zum Teil von syrischen Rebellen kontrolliert wird und in den vergangenen Tagen von der syrischen Armee bombardiert wurde.

Das Lager zählt 150'000 Einwohner, nach UNO-Schätzungen flohen bereits rund 100'000 Menschen aus dem Lager. Die Gewalt in dem Lager stelle eine humanitäre Krise dar, warnte das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Eine UNRWA-Vertreterin forderte alle Seiten auf, die Neutralität der Palästinenser zu wahren.

Die meisten palästinensischen Flüchtlinge aus dem Lager Jarmuk flohen nach Libanon. Israel, das mit Ausnahme des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten alle Aussengrenzen der Palästinensergebiete kontrolliert, äusserte sich zunächst nicht zur Forderung von Abbas, den Palästinensern die Aufnahme in den Gebieten zu ermöglichen. Es ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass Israel einer Masseneinreise palästinensischer Flüchtlinge ins Westjordanland oder den Gazastreifen zustimmt. Israel kontrolliert weiter die Grenzen der besetzten Palästinensergebiete.

Tote nach Explosion einer Autobombe

In dem Dorf Al-Asisija südlich von Aleppo sind mindestens elf Menschen durch die Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, bei den Toten handle es sich um Angehörige verschiedener Rebelleneinheiten.

Mehr als 20 Kämpfer und Zivilisten seien verletzt worden. In dem Dorf wohnen vorwiegend Christen.

UNO benötigt Milliarden für Nothilfe

Landesweit reisst der Krieg immer mehr Menschen ins Elend. Hilfsorganisationen sind dringend auf Unterstützung angewiesen. Die UNO hat die internationale Gemeinschaft um 1,5 Milliarden Dollar für das erste Halbjahr 2013 gebeten. Dies sei der bislang umfangreichste humanitäre Hilfsappell für einen so kurzen Zeitraum, erklärte das UNO-Koordinationsbüro für Nothilfe (Ocha) in Genf.

Seit Beginn des Aufstandes gegen das Assad-Regime im März 2011 sollen in Syrien mehr als 42'000 Menschen getötet worden sein. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Gespräche zwischen Russland und USA

Offenbar kommen die Verhandlungen zwischen den USA und Russland zu Syrien voran. Diplomaten sprechen seit einigen Tagen von einer noch nicht in allen Details spruchreifen Vereinbarung zwischen Washington und Moskau.

Die USA unterstützen die Regimegegner, allerdings ohne ihnen Waffen zu schicken. Russland hatte in den vergangenen Monaten den Regierungstruppen mit Waffen und Beratern geholfen. Allerdings ist das Vertrauen in eine Zukunft mit Assad zuletzt auch in Moskau geschwunden.

SDA/mw

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