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«Zuerst müssten wir darüber nachdenken, wer wir sind»

Der britische Historiker David Abulafia über die fehlende Identität Europas, die Zukunft der Eurozone und Grossbritanniens Beziehungen zur EU.

«Keiner weiss, worin europäische Werte bestehen»: Cambridge-Professor David Abulafia in Basel
«Keiner weiss, worin europäische Werte bestehen»: Cambridge-Professor David Abulafia in Basel
Florian Bärtschiger

Herr Abulafia, Sie beklagen, dass Schülern in Europa heute «eine verzerrte Version der Geschichte» nahegebracht werde, um die europäische Integration weiter voranzutreiben. Haben Sie Beispiele dafür?

In Deutschland, Frankreich und anderen Kernländern der EU gibt es Schulbücher, durch die solches versucht wird. Ihr Haupt­augenmerk liegt auf einem historischen Prozess, der mit dem Römischen Reich oder Karl dem Grossen beginnt. Sie beschreiben die Geschichte wie einen natürlichen Prozess, der mit der Europäischen Union endet. In Grossbritannien haben sich einige über solche Bücher beklagt, doch dort scheint das bis jetzt noch kein grosses Problem zu sein. Die Idee, dass Elfjährige mit bestimmten Vorstellungen von einer europäischen Identität indoktriniert werden, beunruhigt mich allerdings sehr.

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