«Wir gehen von einem gezielten Anschlag aus»

In Deutschland steuert ein 50-Jähriger sein Auto in der Silvesternacht in eine Fussgängergruppe. Bei der Festnahme äussert er sich fremdenfeindlich.

Die Polizei in Bottrop sperrt den Berliner Platz ab, auf dem in der Silvesternacht ein Autofahrer seinen Wagen gezielt in eine Fußgängergruppe gesteuert und mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt hat.

Die Polizei in Bottrop sperrt den Berliner Platz ab, auf dem in der Silvesternacht ein Autofahrer seinen Wagen gezielt in eine Fußgängergruppe gesteuert und mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt hat.

Das neue Jahr war noch keine Stunde alt, da machte ein Mann aus Essen mit seinem Auto offenbar Jagd auf fremde Fussgänger. Mitten in der Silvesternacht ist ein 50-Jähriger mit seinem silbernen Mercedes in Bottrop in eine Fussgängergruppe gefahren. Dabei wurden mindestens vier Menschen verletzt, zum Teil schwer. «Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem gezielten Anschlag aus», teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit, «der möglicherweise in der fremdenfeindlichen Einstellung des Fahrers begründet ist.» Die Ermittler haben demnach aber auch «erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers».

Drei Minuten nach dem Jahreswechsel habe der Autofahrer im Westen Bottrops zunächst «offensichtlich absichtlich» auf einen einzelnen Fussgänger zugehalten, berichten die Behörden. Dieses mutmasslich erste Opfer habe sich noch retten können; dessen Identität war am Dienstag zunächst nicht bekannt.

Danach sei der mutmassliche Täter etwa zwei Kilometer weiter, mitten in den Silvesterfeierlichkeiten in der Innenstadt, in die Gruppe von Passanten gefahren; dazu gehörten auch Menschen aus Syrien und Afghanistan. Am Dienstagnachmittag habe noch einer der Verletzten im Krankenhaus gelegen, sagte eine Polizeisprecherin.

Schliesslich sei der Autofahrer die wenigen Kilometer zurück nach Essen geflüchtet. Auch dort habe er versucht, in eine Menschengruppe zu fahren, die an einer Bushaltestelle gewartet habe. Eine Strasse weiter hat die Polizei den Mann dann nach eigenen Angaben angehalten und festgenommen. Dabei habe er sich fremdenfeindlich geäussert. Das Polizeipräsidium Münster führt nun die Ermittlungen in dem Fall.

Die mutmassliche Amokfahrt erinnert an einen Vorfall in Recklinghausen Ende Dezember. Auch damals steuerte ein Autofahrer seinen Wagen in eine Fussgängergruppe, die an einer Bushaltestelle gewartet hatte. Dabei starb eine 88-jährige Frau, acht Menschen wurden verletzt. Ermittlern zufolge war der Autofahrer psychisch krank. Bislang habe die Polizei aber keine Erkenntnisse über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fall in Recklinghausen und der Fahrt in der Silvesternacht, sagte eine Sprecherin.

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