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Wer hat François Hollande gewählt?

Die Unterstützung für den neuen Präsidenten ist brüchig: Mehr als die Hälfte seiner Wähler wollte lediglich Sarkozy verhindern. Besonders gut kam er bei Muslimen, Konfessionslosen und Armen an.

Sein Stern stieg vor allem, weil jener seines Gegners sank: François Hollande (l.) und Nicolas Sarkozy am Gedenktag zum 8. Mai 1945. (8. Mai 2012)
Sein Stern stieg vor allem, weil jener seines Gegners sank: François Hollande (l.) und Nicolas Sarkozy am Gedenktag zum 8. Mai 1945. (8. Mai 2012)
AFP
67. Jahrestag des Kriegsendes: Angehörige der französischen Streitkräfte sowie Nicolas Sarkozy und François Hollande beim Arc de Triomphe in Paris. (8. Mai 2012)
67. Jahrestag des Kriegsendes: Angehörige der französischen Streitkräfte sowie Nicolas Sarkozy und François Hollande beim Arc de Triomphe in Paris. (8. Mai 2012)
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Sicherheitsvorkehrungen: Polizisten überwachen das Gelände rund um den Arc de Triomphe. (8. Mai 2012)
Sicherheitsvorkehrungen: Polizisten überwachen das Gelände rund um den Arc de Triomphe. (8. Mai 2012)
AFP
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Der künftige französische Präsident François Hollande hat die Wahl etwas knapper gewonnen als die meisten Umfragen vorhergesagt haben. Mit 51,62 Prozent lag er nur 3,24 Prozentpunkte vor dem amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy, der 48,38 Prozent erzielte. Aber das waren die entscheidenden Punkte. Wer hat sie ihm verschafft?

Es war ein Teil der Wähler des Liberalen François Bayrou und der Rechtsextremen Marine Le Pen, so die Analyse des Politikwissenschaftlers Pascal Perrineau vom Institut Cevipof in Paris heute in der französischen Tageszeitung «Le Figaro». Rund eine Million Stimmen seien nach dem ersten Wahlgang von Bayrou zu Hollande gewandert, eine weitere Million von Le Pen. Die traditionelle Linke habe im ersten Wahlgang zusammen nur 44 Prozent erzielt.

Viele ungültige Stimmen

Das war aber nicht alles. Sarkozy fehlten auch Stimmen. Viele Sympathisanten Bayrous und Le Pens gingen gar nicht mehr wählen, erläutert Perrineau. Und mehr als sonst stimmten zwar ab, aber ungültig, wie es Le Pen angekündigt hatte. Das waren sechs Prozent, etwa zwei Millionen Wähler. Im Endergebnis übertraf Hollande das Resultat seiner früheren Lebensgefährtin Ségolène Royal (46,98) von 2007 um 4,64 Prozentpunkte gut.

Perrineau spricht von einem «zerbrechlichen» Ergebnis für Hollande. Denn 55 Prozent seiner Wähler hätten vor allem eine zweite Amtszeit von Sarkozy verhindern wollen – nur 45 Prozent hätten für Hollande gestimmt, weil er Präsident werden sollte.

Hollande kam bei Katholiken schlecht an

Besonders stark war Hollande in der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre mit 60 Prozent. Fast ebenso stark war sein Ergebnis bei den 18- bis 24-Jährigen, wo er 59 Prozent holte, und in der Alterskohorte von 25 bis 34 Jahren mit 55 Prozent. Dagegen war es unterdurchschnittlich mit 49 Prozent in der Gruppe 35 bis 49 Jahre. Bei den über 60-Jährigen erzielte er sogar nur 46 Prozent.

Bei den regelmässig praktizierenden Katholiken lag Hollande mit 27 Prozent besonders schlecht. Die gelegentlich zur Messe gehenden Katholiken stimmten mit 42 Prozent für ihn, die nicht-praktizierenden Katholiken zu 49 Prozent. Auch bei den Protestanten erzielte Hollande mit 39 Prozent keine Mehrheit. Vielmehr zog er Stimmen bei den Konfessionslosen mit 66 Prozent und bei den Muslimen mit 93 Prozent an.

Je reicher die Wähler, desto weniger Unterstützung

Das Ergebnis variierte auch nach der Schulbildung: Wer keinen Abschluss oder die Mittelschule absolviert hat, wählte zu 53 Prozent Hollande, wer Abitur und zwei Jahre Universität vorweisen kann, nur zu 50 Prozent. Und wer einen regulären Uni-Abschluss hat, zu 54 Prozent Hollande.

Der Befund unterscheidet sich auch nach dem monatlichen Haushaltseinkommen: Die Franzosen mit einem Einkommen unter 999 Euro wählten zu 59 Prozent Hollande, von 1000 bis 1999 Euro zu 55 Prozent, von 2000 bis 3499 Euro zu 52 Prozent. Nur in der obersten Einkommensklasse über 3.500 Euro erzielte Hollande sein schwächstes Ergebnis mit 45 Prozent.

dapd/rbi

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