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«Wenn wir uns entscheiden zu gehen, gibt es kein Zurück»

Sechs Wochen vor dem Referendum über ein unabhängiges Schottland kam es zu einem hitzigen TV-Duell. Die Debatte wurde von permanenten Buhrufen und Applaus der Zuhörer begleitet.

Schottlands Regierungschef Alex Salmond (links) und der frühere britische Finanzminister Alistair Darling schütteln sich vor dem Rededuell die Hände. (5. August 2014)
Schottlands Regierungschef Alex Salmond (links) und der frühere britische Finanzminister Alistair Darling schütteln sich vor dem Rededuell die Hände. (5. August 2014)
AFP
Dem Befürworter Alex Salmond gelang es nicht, den entscheidenden Schlag zu setzen. (5. August 2014)
Dem Befürworter Alex Salmond gelang es nicht, den entscheidenden Schlag zu setzen. (5. August 2014)
Keystone
Das Publikum musste vom Moderator immer wieder zur Ruhe aufgefordert werden. (5. August 2014)
Das Publikum musste vom Moderator immer wieder zur Ruhe aufgefordert werden. (5. August 2014)
AFP
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Im ersten TV-Duell gut sechs Wochen vor dem Referendum über eine Unabhängigkeit Schottlands haben sich Regierungschef Alex Salmond und der frühere britische Finanzminister Alistair Darling einen hitzigen Schlagabtausch geliefert.

«Niemand kann Schottland besser führen als die Menschen, die in dem Land leben und arbeiten», warb Salmond am Dienstagabend für ein «Ja» zur Unabhängigkeit von Grossbritannien bei dem Referendum am 18. September. Darling, selbst Schotte, warnte seine Landsleute eindringlich: «Wenn wir uns entscheiden zu gehen, gibt es kein Zurück, keine zweite Chance.»

(Video: Youtube/GuardNews)

Aufgeheiztes Publikum

Die Debatte wurde von permanenten Buhrufen und Applaus der Zuhörer begleitet, der Moderator musste das Publikum immer wieder zur Ruhe mahnen. Insbesondere das Lager der Unabhängigkeitsbefürworter hatte sich von dem TV-Duell einen Wendepunkt versprochen. Doch gelang es dem sprachgewandten schottischen Regierungschef Salmond offenkundig nicht, Darling, dem Anführer der Unabhängigkeitsgegner, den entscheidenden Schlag zu verpassen.

In den Umfragen liegen die Befürworter eines Verbleibs in der Union mit England, Wales und Nordirland mit gut zehn Prozentpunkten vorne. Allerdings sind noch etwa 16 Prozent der Wähler unentschlossen.

«Am 18. September haben wir die Chance unseres Lebens, wir müssen diese Gelegenheit mit beiden Händen ergreifen», suchte Salmond die vier Millionen stimmberechtigten Schotten für ein «Ja» zur Unabhängigkeit zu bewegen. Die Union verhindere den Traum von der Selbstbestimmung. Darling beschwor vor allem die Gefahr herauf, die ein Ausstieg aus dem Pfund für Schottland bringen würde. Der Preis dafür wäre zu hoch, warnte er.

54 Prozent gegen Unabhängigkeit

Die drei grössten Parteien im britischen Parlament waren Edinburgh kurz vor der Debatte noch mit einer gemeinsamen Erklärung entgegengekommen, in der sie den Schotten auch bei einem Verbleib in der Union mehr Selbstbestimmung zusicherten, insbesondere bei der Steuererhebung. Die Erklärung unterzeichnete auch der konservative britische Premierminister David Cameron, der sich dem Wunsch Salmonds zur Teilnahme an einem TV-Duell verweigert hatte. Die Schottische Nationalpartei von Salmond, die die Unabhängigkeitskampagne in den vergangenen Jahren massgeblich vorangetrieben hatte, wies dies als Finte zurück.

Die Meinungsumfragen zum Unabhängigkeitsreferendum am 18. September gehen derzeit weit auseinander. Am Dienstag war eine Umfrage des Instituts Ipsos Morris bekanntgeworden, die nur 40 Prozent für die Unabhängigkeit und 54 Prozent dagegen sieht. Andere Umfragen hatten zuletzt einen knapperen Ausgang prognostiziert.

AFP/sda/chk

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