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War es ein Ghostwriter, der geschlampt hat?

Zu Guttenberg hat sich bisher noch nicht zu den Plagiatsvorwüfen seiner Doktorarbeit geäussert. Ein neues Gerücht macht nun die Runde, das die Situation für «Googleberg» zusätzlich verschlimmern würde.

Ein Ghostwriter würde vieles erklären: Zu Guttenberg steht gegenwärtig wegen seiner Doktorarbeit unter Druck.
Ein Ghostwriter würde vieles erklären: Zu Guttenberg steht gegenwärtig wegen seiner Doktorarbeit unter Druck.

In der Affäre um die abgeschriebenen Passagen seiner Dissertation gerät Karl-Theodor zu Guttenberg immer mehr unter Druck. Oppositionspolitiker fordern bereits seinen Rücktritt. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hat Guttenberg für den Fall, dass ihm der Doktortitel aberkannt wird, den Rücktritt nahegelegt. «Wenn ihm der Doktortitel abgenommen würde, dann müsste er auch das Amt verlassen», sagte Wiefelspütz.

Noch kann der Verteidigungsminister auf den Rückhalt aus eigenen Kreisen zählen. Doch würde sich ein Gerücht bewahrheiten, das in den deutschen Medien gegenwärtig die Runde macht, würde die Situation für Guttenberg noch ungemütlicher.

Die «Süddeutsche Zeitung» beispielsweise wirft eine Frage auf, welche die Affäre «Googleberg» in ein komplett neues Licht rückt: Hatte zu Gutenberg einen Ghostwriter? Anders können es sich Unionspolitiker nicht erklären, dass sich die Arbeit derart dreist aus anderen Quellen bedient, ohne diese zu nennen. Diese Spekulation macht bei näherer Betrachtung durchaus Sinn: So ist es schwer vorstellbar, wie sich zu Guttenberg freiwillig einem derart hohen Risiko aussetzt – zu viel würde für einen prominenten Politiker auf dem Spiel stehen, falls ein solcher Beschiss ans Licht kommt.

Arbeit trotz immenser Mehrbelastung

Die Anspruchnahme eines Ghostwriters, der gegen Geld eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, würde auch erklären, weshalb zu Guttenberg trotz Mehrbelastung es schaffte, eine 475-seitige Arbeit zu schreiben. Während dem Verfassen seiner Diplomarbeit wurde der Verteidigungsminister gleichzeitig zum Obmann im Auswärtigen Ausschuss gewählt, sass im Bundestag, war rüstungspolitischer Sprecher der Fraktion, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Guttenberg und Kreisrat im Kreistag Kulmbach. Zudem leitete er den Fachausschuss Aussenpolitik und hatte mehrere Ehrenämter inne.

Deutsche Medien halten fest: «Wie kann man sich bei so viel Stress auf eine Dissertation konzentrieren?» Kommt dazu, dass der Aussenminister zwei Töchter hat, die zu dieser Zeit noch nicht einmal die Schule besuchten. Viel Zeit, um im stillen Räumchen zu recherchieren und schreiben, dürfte er also auch Zuhause nicht gehabt haben.

«Bei uns wäre das nicht passiert»

Würden sich die Gerüchte erhärten, stellt sich die Frage nach der Qualität des Ghostwriters, den Guttenberg in Anspruch genommen hätte. «Hätte Guttenberg sich bei uns gemeldet, wäre das nicht passiert», sagt der Inhaber einer der grössten Ghostwriting-Agenturen gegenüber der «Süddeutschen».

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