«Völlig daneben»

Im Streit um Kruzifixe an deutschen Schulen lässt die CSU auch nach der Entschuldigung der designierten niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) nicht locker.

Wurde harsch kritisiert: Aygül Özkan.

Wurde harsch kritisiert: Aygül Özkan.

(Bild: AFP)

Der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister und Vorsitzende des Arbeitskreises Christsoziale Katholiken (CSK), Thomas Goppel, nannte Özkans Forderung, Kruzifixe aus staatlichen Schulen zu verbannen, indiskutabel. Goppel sagte im Bayerischen Rundfunk: «Das ist völlig daneben. Das wird Ministerpräsident Wulff intensiv in den eigenen Reihen aufarbeiten müssen.»

Goppel fügte hinzu, es käme Frau Özkan in ihrem Heimatland wohl nicht in den Sinn, so mit einer gewachsenen Religiosität umzugehen. «Das finde ich ausserhalb jeder Zulässigkeit und Diskussion.» Goppel kritisierte auch die mangelnde Abstimmung des niedersächsischen Ministerpräsident Wulff mit seiner designierten Ministerin vor deren Ernennung am Dienstag: «So etwas muss man mit der Dame bereden, bevor man sie in ein solches Amt beruft. Das ist unterblieben», so Goppel.

«So viel Kluges gesagt»

Wulff selbst hatte Özkan gegen Kritik aus der eigenen Partei in Schutz genommen. «Das muss man bedauern. Das ist auch völlig neben der Sache», sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. «Das ist auch in Unkenntnis der ganzen Texte, denn Frau Özkan hat so viel Kluges gesagt, dass wir überzeugt sind: Die wird ein grosses Vorbild werden mit ihrer Kompetenz und ihrem Charakter.»

Özkan hatte am Wochenende erklärt, dass Kruzifixe nichts in staatlichen Schulen zu suchen hätten, und hatte damit einen Sturm der Entrüstung in der Union ausgelöst. Wulff betonte, Özkan habe sich am Montag in der Landtagsfraktion entschuldigt, «aus eigenen freien Stücken, weil sie natürlich akzeptiert, dass wir in Niedersachsen die Trennung zwischen Kirche und Staat haben, das Neutralitätsgebot, dass wir aber das Ganze zu einem guten Miteinander mit den christlichen Kirchen entwickelt haben und dass wir deswegen Kreuze in Schulen begrüssen».

Özkan soll am Nachmittag in Hannover gewählt und vereidigt werden.

sam/ddp

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