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Unterstützende Mails für Sarrazin

Von allen Seiten her hagelt es Kritik an Thilo Sarrazin. In der eigenen Partei findet der Bundesbankvorstand aber auch Unterstützung.

Geniesst viel Rückhalt in der eigenen Partei: Thilo Sarrazin.
Geniesst viel Rückhalt in der eigenen Partei: Thilo Sarrazin.
Keystone

In der SPD gibt es offenbar auch viel Unterstützung für den Bundesbankvorstand und ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin und seinen umstrittenene Thesen zu Muslimen in Deutschland.

An der SPD-Basis herrscht auch Unmut über den geplanten Parteiausschluss, wie die «Berliner Zeitung» (Mittwochausgabe) berichtete. Beim SPD-Parteivorstand sind nach Informationen des Blatts in den vergangenen Tagen 2000 Mails eingegangen. Rund 90 Prozent der Absender äusserten sich zustimmend zu Sarrazins Thesen.

Die SPD-Spitze hatte am Montag beschlossen, ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin einzuleiten. Der Vorsitzende Sigmar Gabriel rügte dessen Thesen als teilweise rassistisch. Zu dem angestrebten Ordnungsverfahren, das in etwa einer Woche beginnen soll, gebe es keine Alternative. «Wir wollen nicht, dass seine Argumentation zum sozialdemokratischen Meinungsspektrum gehört», sagte Gabriel.

Spitze der Bundesbank berät über Sarrazin

Und die Unruhen um Thilo Sarrazin gehen weiter: Diesen Mittwoch muss er sich einer Anhörung durch die Spitze der Bundesbank stellen. Wie ein Banksprecher in Frankfurt am Main sagte, war für den Vormittag eine Vorstandssitzung anberaumt. Auch der Ethik-Beauftragte der Zentralbank werde zu Rate gezogen. Ob es nach der Vorstandssitzung möglicherweise bereits eine Entscheidung über die berufliche Zukunft von Sarrazin gibt, war zunächst offen.

Der Bundesbank-Sprecher kündigte für die Mittagsstunden eine Pressemitteilung an. Der frühere Berliner SPD-Finanzsenator Sarrazin steht seit Tagen wegen seiner Thesen zur Integrationsfähigkeit von Muslimen und Äusserungen zur angeblichen genetischen Disposition bestimmter Volksgruppen in der Kritik. Der SPD-Parteivorstand hat deshalb ein Parteiausschluss-Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Die Bundesbank distanzierte sich von seinen Äusserungen, verzichtete bisher aber auf einen Antrag auf Entlassung, weil sie ihn erst anhören wollte. Nach Einschätzung von Arbeitsrechtsexperten reichen die umstrittenen Äusserungen von Sarrazin aber womöglich nicht aus, um ihn rauszuwerfen.

(dapd)

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