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«Ungarn soll neutral sein, wie die Schweiz»

Die rechte Partei Jobbik ist im Aufwind und potenzielle Regierungspartei Ungarns. Präsident Gabor Vona will raus aus Nato und der EU und macht Vergleiche mit der Schweiz.

«Wir sind konservativ und patriotisch.» Jobbik-Präsident und Abgeordneter Gabor Vona im Budapester Parlamentsgebäude.
«Wir sind konservativ und patriotisch.» Jobbik-Präsident und Abgeordneter Gabor Vona im Budapester Parlamentsgebäude.
Balazs Beli

BaZ: Herr Vona, Ihre Partei Jobbik, die zweitstärkste politische Kraft in Ungarn hinter Fidesz, trägt in der öffentlichen Berichterstattung stets das Label «rechtsextrem». Ein Grund dafür sind Märsche Ihrer mittlerweile verbotenen «Ungarischen Garde» durch Roma-Siedlungen. Wie leben Sie mit diesem Label?

Gabor Vona: Grundsätzlich gibt es für politische Gegner und Journalisten zwei Wege, um den anderen zu diskreditieren. Man hängt ihm entweder das Etikett Kommunist an und stellt ihn so in die extrem linke Ecke. Oder dann verunglimpft man missliebige Gegner als Faschisten und Nazis. Weil wir eine konservative Partei sind, die auf christlichen Grundwerten basiert, ist es schwierig, uns als Kommunisten zu titulieren. So bleibt linksliberalen Gegnern nur der Nazi-Vorwurf. Das ist für sie eine bequeme Haltung. Bringen wir politische Themen auf und machen wir Lösungsvorschläge, können die anderen einer inhaltlichen Diskussion ausweichen, indem sie einfach sagen: Mit Nazis diskutieren wir nicht. Die Antwort auf die Frage, weshalb 27 Prozent der Wähler hinter uns stehen und uns als liberal empfinden, wird dabei natürlich ausgeklammert.

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