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Ultranationalisten marschieren in Moskau gegen Ausländer

Am Tag der Nationalen Einheit zogen Tausende Rechtsextreme durch Moskau und andere russische Städte. «Russland nur für Russen», skandierten die teils vermummten Demonstranten.

Fordern die politische Führung auf, den islamisch geprägten Nordkaukasus nicht weiter «zu füttern»: Demonstranten in Moskau. (4. November 2013)
Fordern die politische Führung auf, den islamisch geprägten Nordkaukasus nicht weiter «zu füttern»: Demonstranten in Moskau. (4. November 2013)
Keystone

Tausende Ultranationalisten haben in Moskau und weiteren russischen Städten für ein «starkes und slawisches Russland» demonstriert. «Russland nur für Russen», skandierten die teils mit schwarzen Masken vermummten Rechtsextremen unter starkem Sicherheitsaufgebot in der russischen Hauptstadt.

Die Polizei sprach von 8000 Teilnehmern beim «Russischen Marsch» zum Tag der Nationalen Einheit. Die Organisatoren gaben die Zahl mit 20'000 an.

«Nordkaukaus nicht füttern»

Menschenrechtler kritisieren, die Aktion verstärke die ethnischen Probleme im Vielvölkerstaat Russland. Sie warnten vor einer Hetzjagd auf Arbeiter aus Mittelasien und dem Kaukasus. Erst vor drei Wochen hatte der Mord an einem jungen Russen durch einen Aserbeidschaner schwere fremdenfeindliche Ausschreitungen in Moskau ausgelöst.

Die Demonstranten, von denen viele schwarz-gelb-weisse Zarenfahnen trugen, forderten die politische Führung auf, den islamisch geprägten Nordkaukasus nicht weiter «zu füttern». Rechtsextreme zeigten wie oft am 4. November Nazi-Symbole und forderten für Migranten schärfere Einreisebedingungen.

Die Polizei nahm der Agentur Interfax zufolge etwa 30 Teilnehmer fest. 5000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Nawalny rief zu Teilnahme auf

Der prominente Kremlgegner Alexei Nawalny hatte zur Teilnahme am Marsch aufgerufen. Er selbst erschien aber nicht. Kritiker werfen dem Moskauer Oppositionsführer vor, populistische Forderungen etwa nach Visumpflicht für Arbeiter aus Mittelasien zu unterstützen.

«Die Gesetze erlauben einen solchen Marsch, aber die Motive der Menschen sind traurig», sagte die Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa. Kremlchef Wladimir Putin legte mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill auf dem Roten Platz Blumen nieder.

Der arbeitsfreie Tag der Nationalen Einheit war 2004 von Putin eingeführt worden. Er soll an den Sieg Moskaus im 17. Jahrhundert gegen polnisch-litauische Belagerer erinnern und nach dem Willen des Kremls die kommunistischen Feiern zur Oktoberrevolution 1917 ersetzen.

SDA/kpn

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