Teenager-Mord in Rom heizt Migrationsdebatte an

Eine 16-Jährige ist in Italiens Hauptstadt ermordet worden. Die Polizei hat nun drei Afrikaner festgenommen.

Tatort Rom: Demonstranten verlangen vor dem Besuch des Innenministers Gerechtigkeit für das ermordete Mädchen. (24. Oktober 2018)

Tatort Rom: Demonstranten verlangen vor dem Besuch des Innenministers Gerechtigkeit für das ermordete Mädchen. (24. Oktober 2018)

(Bild: Keystone Angelo Carcon)

Der Mord an einem weiblichen Teenager in Rom intensiviert die Debatte über Migration in Italien. Drei wegen Drogenhandels polizeibekannte afrikanische Migranten wurden am Donnerstag in dem Fall von den Behörden festgenommen.

Den Männern, zwei aus dem Senegal und einem aus Nigeria, wird vorgeworfen, die 16-Jährgie im Stadtviertel San Lorenzo unweit des Hauptbahnhofs Termini vergangene Woche unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und umgebracht zu haben. Die Leiche war in einem verwahrlosten Gebäude gefunden worden, das als Treffpunkt von Kriminellen und Drogendealern gilt.

Italiens Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechten Lega, forderte exemplarische Strafen für die Täter, die er als «Bestien» bezeichnete. Die rechtsextremen «Brüder Italiens» (FdI – Fratelli d'Italia) forderten die chemische Kastration für die Täter. Premier Giuseppe Conte meinte, dass es in italienischen Grossstädten wie Rom keine verwahrlosten Orte geben dürfe, die zum Hauptquartier für Drogendealer werden. «Das dürfen wir nicht mehr tolerieren», sagte der Regierungschef.

Der Mangel an Personal

Der italienische Polizeichef Franco Gabrielli versicherte, dass die Sicherheitskräfte ihr Bestes leisten würden, um die Ordnung in den Städten sicherzustellen. Die Kräfte würden jedoch nicht ausreichen. In den vergangenen Jahren sei zu viel Personal eingespart worden, klagte Gabrielli.

Salvini kündigte nach dem Mord an der Teenagerin einen umfangreichen Plan zur Zwangsräumung besetzter Gebäude in Grossstädten an. Der Innenminister hatte am Mittwoch den Ort besucht, wo das Mädchen ermordet wurde. Linksaktivisten skandierten Slogans gegen den Lega-Chef und beschuldigten ihn, den Mord für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

fal/sda

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