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Der Historiker Ian Buruma untersucht mit globalem Blick das Epochenjahr 1945, das viele Hoffnungen enttäuschte. Oft kehrten die alten Eliten zurück – selbst wenn diese kollaboriert hatten.

Die Amerikaner bauen 1945 eine Militärbasis auf den Philippinen auf. Foto: Carl Mydans (The Life Picture Collection/Getty Images)
Die Amerikaner bauen 1945 eine Militärbasis auf den Philippinen auf. Foto: Carl Mydans (The Life Picture Collection/Getty Images)

Im Juli 1945 wählten die Engländer Winston Churchill als Premierminister ab. Churchill! Ihren Kriegshelden, wenige Wochen nach dem triumphalen Sieg über Nazideutschland (errungen, gut, mithilfe der Amerikaner und der Sowjets)! Der seinem Volk in den dunkelsten Stunden Mut eingeflösst hatte, der den Stolz Britanniens gerettet hatte! Schnöder Undank? Ian Buruma kann es erklären. Churchill war der richtige Premier im Krieg. Für den Frieden hatte er keine Vision. Sein ideales England bestand aus putzigen Dörfern, grünen Weiden und schmucken Herrenhäusern, ein bisschen wie «Downton Abbey». Es war eine Klassengesellschaft. Dahin wollten die Engländer, die im Krieg zusammengerückt waren, nicht zurück. Sie wollten die Früchte der Entbehrungen ernten, mehr Wohlstand, bessere Aufstiegschancen, eine gerechtere Gesellschaft. Deshalb wählten sie Labour und Clement Attlee.

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