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Stockholmer Attentäter hatte offenbar Verbindungen zu al-Qaida

Nach dem Anschlag in Schweden hat die Polizei nördlich von London ein Haus durchsucht. Der mutmassliche Attentäter soll dort mit seiner Familie gelebt haben.

Hatte bei der Planung des Attentats möglicherweise Komplizen: Taimur Abdel Wahab.
Hatte bei der Planung des Attentats möglicherweise Komplizen: Taimur Abdel Wahab.
AFP
Sollen in Stockholm bei den Ermittlungen helfen: FBI-Agenten aus den USA (Archivbild).
Sollen in Stockholm bei den Ermittlungen helfen: FBI-Agenten aus den USA (Archivbild).
Reuters
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Keystone
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Der mutmassliche Selbstmordattentäter von Stockholm könnte Experten zufolge im Auftrag des irakischen Arms des Terrornetzwerks al-Qaida gehandelt haben. In seinem Testament bezog sich Taimur Abdel Wahab auf Terrordrohungen des irakischen Al-Qaida-Ablegers «Islamischer Staat Irak gegen Schweden», wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte.

«Der Islamische Staat Irak hat sein Versprechen gehalten», schrieb Wahab demnach mit Blick auf den Anschlag. Der im Mai von US-Soldaten getötete irakische Al-Qaida-Anführer Abu Omar al-Bagdadi hatte im September 2007 angekündigt, wegen der Veröffentlichung von kritischen Zeichnungen des Propheten Mohammed durch den schwedischen Karikaturisten Lars Wilks Rache an dem Land üben zu wollen.

Britische Polizei ermittelt

Die britische Polizei hat derweil in Verbindung mit dem Anschlag in Stockholm Ermittlungen aufgenommen. Am späten Sonntagabend sei in der Grafschaft Bedfordshire nördlich von London ein Haus durchsucht worden, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere britische Zeitungen berichteten am Montag, dass der mögliche Stockholmer Attentäter an der Universität von Bedfordshire in Luton studiert habe.

Nach Polizeiangaben wurde bei der Durchsuchung kein gefährliches Material entdeckt, auch gab es keine Festnahmen. Die Polizei wollte sich nicht dazu äussern, ob der Einsatz in Luton war, bestätigte jedoch, dass er in Verbindung mit den beiden Explosionen stand, bei denen am Samstag im Zentrum der schwedischen Hauptstadt während der Haupteinkaufszeit zwei Menschen verletzt und der mutmassliche Attentäter getötet wurde.

Frau und Kinder leben in England

«The Daily Mail» und «The Daily Telegraph» berichteten, der von einer islamistischen Webseite als Attentäter identifizierte Taimur Abdel Wahab habe in den letzten Jahren in Luton gelebt und studiert. Die Frau und beiden kleinen Töchter des Mannes, der angeblich Ende zwanzig ist, leben demnach weiterhin in der Stadt, rund 50 Kilometer nördlich von London. Den Berichten zufolge studierte er Sporttherapie.

Nach Angaben des «Telegraph» stammt Taimur Abdel Wahab ursprünglich aus dem Irak. 1992 sei er von Bagdad nach Schweden gezogen, bevor er 2001 nach England zum Studium gekommen sei. Nachbarn wollen ihn der Zeitung zufolge noch vor zweieinhalb Wochen in Luton gesehen haben. Das britische Innenministerium wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren. Die Universität war für eine Erklärung nicht zu erreichen.

Erster Selbstmordanschlag in Schweden

Die islamistische Webseite «Schumuch al-Islam» hatte am Sonntag ein Photo von einem Mann mit schwarzer Jacke, dunkler Brille und Dreitagebart vor einer grünen hügeligen Landschaft veröffentlicht und behauptet, es handele sich dabei um den Attentäter von Stockholm. «Das ist unser Bruder, der Mujahid Taimur Abdel Wahab, der die Märtyrertat in Stockholm vollbracht hat», hiess es auf der Seite.

Die schwedischen Behörden bestätigten, dass es sich bei den Explosionen in Stockholm womöglich um einen Selbstmordanschlag handelte. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es der erste in der Geschichte Schwedens.

AFP/miw

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