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Steckt dieser Russe hinter dem MH17-Abschuss?

Ein Recherchenetzwerk hat einen der mutmasslichen Hauptverantwortlichen identifiziert. Er ist kein Unbekannter.

Er soll einer der Hauptverantwortlichen für den MH17-Abschuss gewesen sein: Oleg Wladimirowitsch Iwannikow. (Foto von 2012)
Er soll einer der Hauptverantwortlichen für den MH17-Abschuss gewesen sein: Oleg Wladimirowitsch Iwannikow. (Foto von 2012)
Bellingcat
Iwannikow wurde am 2. April 1967 geboren und ist ein hochrangiger Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU.
Iwannikow wurde am 2. April 1967 geboren und ist ein hochrangiger Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU.
Bellingcat
Er soll unter dem Decknamen «Oreon» kurz vor dem Abschuss mit dem Besitz einer Buk-Rakete geprahlt haben.
Er soll unter dem Decknamen «Oreon» kurz vor dem Abschuss mit dem Besitz einer Buk-Rakete geprahlt haben.
Bellingcat
Chefermittler Fred Westerbeke präsentierte bereits tags zuvor die Ergebnisse neben einem Teil der gefeuerten Buk-Rakete in Bunnik. (24. März 2018)
Chefermittler Fred Westerbeke präsentierte bereits tags zuvor die Ergebnisse neben einem Teil der gefeuerten Buk-Rakete in Bunnik. (24. März 2018)
Robin van Lonkhuijsen, AFP
Mittlerweile sind sich die internationalen Ermittler sicher: Es war eine russische Buk-Rakete. Das sogenannte Joint Investigation Team (JIT) präsentierte am 28. September in einer Pressekonferenz in den Niederlanden seine Ergebnisse.
Mittlerweile sind sich die internationalen Ermittler sicher: Es war eine russische Buk-Rakete. Das sogenannte Joint Investigation Team (JIT) präsentierte am 28. September in einer Pressekonferenz in den Niederlanden seine Ergebnisse.
Emmanuel Dunand, AFP
Den Abschuss von MH17 durch ein anderes Flugzeug konnte die internationale Ermittler-Gruppe dagegen ausschliessen.
Den Abschuss von MH17 durch ein anderes Flugzeug konnte die internationale Ermittler-Gruppe dagegen ausschliessen.
AP Photo/Peter Dejong
Angehörige von MH17-Opfern fordern von Russland und Wladimir Putin über 6 Millionen Euro Schmerzensgeld. Sie haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage eingereicht.
Angehörige von MH17-Opfern fordern von Russland und Wladimir Putin über 6 Millionen Euro Schmerzensgeld. Sie haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage eingereicht.
Aleksey Babushkin, Keystone
Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen und zerstört worden: Trümmerteile an der Absturzstelle bei Rassipnoe. (15. Oktober 2014)
Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen und zerstört worden: Trümmerteile an der Absturzstelle bei Rassipnoe. (15. Oktober 2014)
AFP
Eine Buk-Flugabwehrrakete des Typs M1 9M38 soll laut dem Hersteller Almaz-Antey den Absturz von MH17 verursacht haben: Ein russisches Buk-M2-Flugabwehrsystem. (17.8.2011)
Eine Buk-Flugabwehrrakete des Typs M1 9M38 soll laut dem Hersteller Almaz-Antey den Absturz von MH17 verursacht haben: Ein russisches Buk-M2-Flugabwehrsystem. (17.8.2011)
Yuri Kochetkov, Keystone
Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben: Absturzort von Flug MH 17 in der Ukraine. (9. September 2014)
Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben: Absturzort von Flug MH 17 in der Ukraine. (9. September 2014)
Alexander Khudoteply, AFP
Zurück kamen die Särge mit den sterblichen Überresten der Opfer von MH 17: Ehrenzeremonie am Flughafen von Kuala Lumpur. (21. August 2014)
Zurück kamen die Särge mit den sterblichen Überresten der Opfer von MH 17: Ehrenzeremonie am Flughafen von Kuala Lumpur. (21. August 2014)
Keystone
Die Unruhen zwischen Separatisten und Armee störten die Arbeit der internationalen Delegation: Ein ukrainischer Soldat schläft bei einem Checkpoint in der Nähe der Stadt Luhansk. (1. August 2014)
Die Unruhen zwischen Separatisten und Armee störten die Arbeit der internationalen Delegation: Ein ukrainischer Soldat schläft bei einem Checkpoint in der Nähe der Stadt Luhansk. (1. August 2014)
Genya Savilov, AFP
Die Umgebung ist von den Kämpfen gezeichnet: Ein ukrainischer Panzer überquert eine zerstörte Brücke in der Nähe der Stadt Donezk. (1. August 2014)
Die Umgebung ist von den Kämpfen gezeichnet: Ein ukrainischer Panzer überquert eine zerstörte Brücke in der Nähe der Stadt Donezk. (1. August 2014)
Genya Savilov, AFP
Mussten zuerst wieder umkehren: Konvoi der OSZE-Ermittler nahe Donezk. (28. Juli 2014)
Mussten zuerst wieder umkehren: Konvoi der OSZE-Ermittler nahe Donezk. (28. Juli 2014)
Ex-Press
Die Opfer werden geborgen: Alexander Hug, stellvertretender Leiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), in der Ukraine.
Die Opfer werden geborgen: Alexander Hug, stellvertretender Leiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), in der Ukraine.
Keystone
Verloren auf Flug MH 17 ihre 25-jährige Tochter: Jerzy Dyczynski und Angela Rudhart-Dyczynski besuchen den Absturzort. (26. Juli 2014)
Verloren auf Flug MH 17 ihre 25-jährige Tochter: Jerzy Dyczynski und Angela Rudhart-Dyczynski besuchen den Absturzort. (26. Juli 2014)
AP Photo/Nicholas Garriga
Ukrainische Katastrophenhelfer durchsuchen das Gebiet weiter nach Trümmern und Leichenteilen. (26. Juli 2014)
Ukrainische Katastrophenhelfer durchsuchen das Gebiet weiter nach Trümmern und Leichenteilen. (26. Juli 2014)
AFP
Prorussische Aufständische bei der Absturzstelle eines der abgeschossenen ukrainischen Suchoi-25-Jets. (Screenshot aus einem Video der Pressestelle der Volksrepublik Donezk, 23. Juli 2013)
Prorussische Aufständische bei der Absturzstelle eines der abgeschossenen ukrainischen Suchoi-25-Jets. (Screenshot aus einem Video der Pressestelle der Volksrepublik Donezk, 23. Juli 2013)
icorpus.ru, Keystone
Christen, Muslime, Buddhisten und Juden sprachen Gebete: Familienangehörige und Freunde von Absturzopfern bei der Trauerfeier in der St Paul's Cathedral in Melbourne. (24. Juli 2014)
Christen, Muslime, Buddhisten und Juden sprachen Gebete: Familienangehörige und Freunde von Absturzopfern bei der Trauerfeier in der St Paul's Cathedral in Melbourne. (24. Juli 2014)
Mal Fairclough, AFP
Im schwarzen Bereich sind die meisten Flugzeugteile auf die Erde gefallen: Die Absturzstelle, vom Satelliten fotografiert. (22. Juli 2014)
Im schwarzen Bereich sind die meisten Flugzeugteile auf die Erde gefallen: Die Absturzstelle, vom Satelliten fotografiert. (22. Juli 2014)
DigitalGlobe/Google
Die Kühlwaggons, in denen sich die Leichen befinden, wurden mit Schaum versiegelt: Der Zug steht inzwischen in der Stadt Charkiw, die von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird. (22. Juli 2014)
Die Kühlwaggons, in denen sich die Leichen befinden, wurden mit Schaum versiegelt: Der Zug steht inzwischen in der Stadt Charkiw, die von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird. (22. Juli 2014)
Keystone
Ein prorussischer Kämpfer legt eine Blackbox von Flug MH 17 auf den Tisch während der inszenierten Übergabe an Behördenvertreter Malaysias. Im blauen Jackett Alexander Borodai, der selbst ernannte Regierungschef der Volksrepublik Donezk. (22. Juli 2014)
Ein prorussischer Kämpfer legt eine Blackbox von Flug MH 17 auf den Tisch während der inszenierten Übergabe an Behördenvertreter Malaysias. Im blauen Jackett Alexander Borodai, der selbst ernannte Regierungschef der Volksrepublik Donezk. (22. Juli 2014)
Dmitry Lovetsky, Keystone
Gegenmittel: Ein Mitglied der OSZE-Mission versucht, mit einer Chemikalie den Verwesungsgeruch zu neutralisieren. (21. Juli 2014)
Gegenmittel: Ein Mitglied der OSZE-Mission versucht, mit einer Chemikalie den Verwesungsgeruch zu neutralisieren. (21. Juli 2014)
AP Photo/Vadim Ghirda, Keystone
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der niederländische Botschafter in der Ukraine Kees Klompenhouwer (links) beim Niederlegen von Blumen bei der niederländischen Botschaft in Kiew. (21. Juli 2014)
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der niederländische Botschafter in der Ukraine Kees Klompenhouwer (links) beim Niederlegen von Blumen bei der niederländischen Botschaft in Kiew. (21. Juli 2014)
Epa/Sergey Dolzhenko, Keystone
Der Geruch an der Absturzstelle ist so unangenehm, dass auch Rebellen ins Taumeln geraten sein sollen: Ukrainische Helfer bergen eine Leiche. (20. Juli 2014)
Der Geruch an der Absturzstelle ist so unangenehm, dass auch Rebellen ins Taumeln geraten sein sollen: Ukrainische Helfer bergen eine Leiche. (20. Juli 2014)
Igor Kovalenko, Keystone
Die Wut und Verzweiflung steigt: Blumen und Kuscheltiere am Absturzort in der Ukraine. (20. Juli 2014)
Die Wut und Verzweiflung steigt: Blumen und Kuscheltiere am Absturzort in der Ukraine. (20. Juli 2014)
Keystone
Unter Verdacht: Der selbst ernannte Gouverneur der Volksrepublik Donezk, Pawel Gubarew (Dritter von links), kontrolliert die Absturzstelle. (18. Juli 2014)
Unter Verdacht: Der selbst ernannte Gouverneur der Volksrepublik Donezk, Pawel Gubarew (Dritter von links), kontrolliert die Absturzstelle. (18. Juli 2014)
Epa/Anastasia Vlasova, Keystone
Mindestens 189 Passagiere stammten aus den Niederlanden, 44 aus Malaysia: Widi Yuwono zeigt ein Foto der Familie seiner Schwester, die an Bord von MH 17 war. (18. Juli 2014)
Mindestens 189 Passagiere stammten aus den Niederlanden, 44 aus Malaysia: Widi Yuwono zeigt ein Foto der Familie seiner Schwester, die an Bord von MH 17 war. (18. Juli 2014)
Keystone
Ukrainische Kumpel bereiten sich auf eine Suchaktion vor. (18. Juli 2014)
Ukrainische Kumpel bereiten sich auf eine Suchaktion vor. (18. Juli 2014)
AP Photo/Dmitry Lovetsky, Keystone
Die Separatisten weisen die Schuld am Absturz von sich: Alexander Borodai, der Führer der Separatisten der Region Donezk, trifft in der Nacht an der Unglücksstelle ein. (18. Juli 2014)
Die Separatisten weisen die Schuld am Absturz von sich: Alexander Borodai, der Führer der Separatisten der Region Donezk, trifft in der Nacht an der Unglücksstelle ein. (18. Juli 2014)
AFP
Ein Land in Trauer: Die niederländische Flagge weht auf halbmast über dem Parlament in Den Haag. (18. Juli 2014)
Ein Land in Trauer: Die niederländische Flagge weht auf halbmast über dem Parlament in Den Haag. (18. Juli 2014)
Martijn Beekman, AFP
154 Niederländer waren an Bord der Maschine, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur hätte fliegen sollen: Ein Verwandter eines Passagiers von Flug MH 17 ringt in einem Bus am Flughafen in Amsterdam um Fassung. (17. Juli 2014)
154 Niederländer waren an Bord der Maschine, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur hätte fliegen sollen: Ein Verwandter eines Passagiers von Flug MH 17 ringt in einem Bus am Flughafen in Amsterdam um Fassung. (17. Juli 2014)
Phil Nijhuis, Keystone
Trauer auch in Malaysia: Eine Frau weint am Flughafen von Kuala Lumpur, wo die Boeing 777 für den frühen Morgen des 18. Juli erwartet worden war. (17. Juli 2014)
Trauer auch in Malaysia: Eine Frau weint am Flughafen von Kuala Lumpur, wo die Boeing 777 für den frühen Morgen des 18. Juli erwartet worden war. (17. Juli 2014)
Joshua Paul, Keystone
Rettungskräfte treffen bei der Absturzstelle in Grabowo ein.  (17. Juli 2014)
Rettungskräfte treffen bei der Absturzstelle in Grabowo ein. (17. Juli 2014)
Dmitry Lovetsky, Keystone
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Er soll die Buk-Rakete, mit der das Passagierflugzeug MH17 im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen wurde, von Russland über die Grenze gebracht haben: Oleg Wladimirowitsch Iwannikow, geboren am 2. April 1967, hochrangiger Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Das behauptet das investigative Netzwerk «Bellingcat» in einem neuen Bericht, der am Freitag in Den Haag vorgestellt wurde. Demnach habe Iwannikow die Koordination der pro-russischen Truppen der sogenannten «Volksrepublik Lugansk», der regulären russischen Streitkräfte und der Söldner der Gruppe «Wagner» in der Ostukraine geleitet. Bis 2017 sei er beim russischen Staat beschäftigt gewesen.

Geheimdienstler prahlte mit Buk-Rakete

Iwannikow ist kein Unbekannter. Bereits kurz nach dem Abschuss von Flug 17 der Malaysia Airline mit 298 Toten veröffentlichte der ukrainische Geheimdienst SBU ein abgehörtes Telefonat, in dem ein Mann unter dem Decknamen «Oreon» mit der russischen Rakete prahlte. «Wir haben schon eine Buk. Wir werden sie in die Hölle herunterschiessen.» Die Aufnahme datiert auf den 14. Juli 2014, drei Tage vor dem MH17-Abschuss.

Bis jetzt war nicht bekannt, wer hinter «Oreon» steht. Jetzt hat ihn «Bellingcat» enttarnt. Iwannikow soll lange in Rostow am Don rund 80 Kilometer von der ukrainischen Grenze gelebt haben. Zwischen 2006 und 2008 stand er laut dem Recherchenetzwerk in Südossetien als Verteidigungsminister im Einsatz. Die Region im Kaukasus spaltete sich 2006 von Georgien ab, unterstützt von Russland.

Russland wehrt sich gegen Vorwürfe

Am Donnerstag hatte das von den Niederlanden geleitete internationale Ermittlerteam JIT zu dem Abschuss einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Buk-Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Am Freitag machten die Niederlande und Australien Russland für den Abschuss von MH17 verantwortlich.

Moskau wehrt sich gegen die Anschuldigungen. Aussenminister Sergej Lawrow sagte laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen, in einem Telefonat habe ihm ein niederländischer Minister auf Nachfrage «keine Fakten genannt». Lawrow warf der Regierung in Den Haag vor, die Tragödie auszunutzen, «um ihre eigenen politischen Ziele zu erreichen». Präsident Putin sagte, die Rakete sei «sicherlich» nicht russischer Herkunft.

Das Recherchenetzwerk «Bellingcat» teilt seine Erkenntnisse regelmässig mit den niederländischen Ermittlern. Diese haben in der Vergangenheit die wichtigsten «Bellingcat»-Berichte durch ihre eigenen Untersuchungen gestützt.

Übernommen von 20 Minuten/Mit Material der AFP.

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