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«Unser Wahlziel: die Vereinigten Staaten von Europa»

«Unsere Freiheiten kamen nicht von Gott. Das war europäische Politik», sagt Claudia Gamon. Foto: Keystone

Sie waren bis jetzt eine von insgesamt 183 Abgeordneten im österreichischen Parlament. Jetzt kandidieren Sie für ein Parlament mit 705 Abgeordneten. Glauben Sie, dass dort Ihre Stimme gehört wird?

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Dann sind Sie eine von 751, kommen aus einem kleinen Land und sind bei einer kleinen Partei.

Von aussen betrachtet sieht es eher so aus, als bestimmten Rat und Kommission die EU-Politik.

Die Abgeordneten werden aber national gewählt.

Dennoch bleibt die Frage: Was können Sie in so einem riesigen Parlament erreichen?

Sie wollen die Nationalstaaten abschaffen?

Das sind die USA auch.

Was sind denn diese europäischen Werte? Welche Probleme wurden damit gelöst? Die Flüchtlingskrise sicher nicht. Massnahmen gegen die Erderwärmung setzt die EU auch nicht.

«In zwanzig Jahren wollen wir in den Vereinigten Staaten von Europa leben.»

Mir würde schon eines reichen. Oder zwei.

Das grenzenlose Europa wird gerade wieder infrage gestellt.

Also läuft ohnehin alles bestens in der Europäischen Union?

Viele Menschen in Europa wollen genau das Gegenteil: weniger Brüssel, mehr Nationalstaat.

Die wählen aber lieber antieuropäische Parteien. Die Rechtspopulisten ­könnten bei diesen Wahlen so stark werden, dass sie neben Sozialdemokraten und Europäischer Volkspartei einen dritten starken Block bilden können.

Der Versuch, Europa positiv darzustellen, wirkt immer irgendwie verkrampft. Muss das so sein?

In zwanzig Jahren? Das ist doch naiv. Die USA und die Schweiz haben Jahrhunderte gebraucht, um ihre jetzige Staatsformen zu erreichen, und konfliktlos war das keineswegs.

Währenddessen arbeiten Ungarns ­Viktor Orban oder Italiens Matteo Salvini unermüdlich an der Schwächung der EU.

Die grösste Absurdität dieses ­Parlaments sind die zwei Standorte – in Brüssel und in Strassburg. Nicht nur Sie als Abgeordnete werden dann pendeln. Es müssen Tonnen von Akten transportiert werden. Diese vielen unnötigen LKW-Fahrten und Flüge – stört Sie das nicht?

Sondern alleine an den Franzosen?

Also hängt die Zukunft des EU-Parlaments doch wieder nur von den beiden grossen Staaten ab, von Frankreich und Deutschland?

Sie kommen aus Vorarlberg und kennen das Nachbarland gut. Würde die Schweiz in die EU passen?

Im Moment geht es nur um einen Rahmenvertrag, und schon da gehen die Wogen hoch. Die Angst vor «fremden Richtern» ist hierzulande gross.