Snowden-Vertraute ist in Berlin

Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison hatte den Informanten Edward Snowden bei seiner Flucht nach Moskau unterstützt. Nun hat sie das Versteck verlassen und ist nach Deutschland gereist. Sie will dort bleiben.

Sarah Harrison hatte Edward Snowden bei seiner Flucht nach Russland geholfen: Bei einer Konferenz vor Vertretern von Menschenrechtsorganisationen in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo. (12. Juli 2013)

Sarah Harrison hatte Edward Snowden bei seiner Flucht nach Russland geholfen: Bei einer Konferenz vor Vertretern von Menschenrechtsorganisationen in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo. (12. Juli 2013)

(Bild: Tanya Lokshina/Human Rights Watch)

Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison hat das Versteck des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden in Moskau verlassen und ist nach Berlin gereist. Sie sei am Wochenende in Deutschland eingetroffen, hiess es in einer von der Enthüllungsplattform veröffentlichten Erklärung. Aus Angst vor Repressalien kehre sie nicht ihr Heimatland Grossbritannien zurück, schrieb Harrison.

Die vorübergehende Festnahme des Lebensgefährten von US-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald am Londoner Flughafen habe gezeigt, dass in Grossbritannien ein Klima der «Verfolgung» herrsche. Greenwald hatte als erster auf Grundlage von Snowdens Unterlagen über die Spionagepraktiken des US-Geheimdiensts NSA berichtet. Die Wikileaks-Anwälte hätten ihr daher von einer Weiterreise in ihr Heimatland abgeraten, erklärte Harrison.

Enge Vertraute von Julian Assange

Harrison hatte Snowden bei seiner Flucht von Hongkong nach Russland im Juni unterstützt. Nach seinem 39-tätigen Aufenthalt im Transitbereich eines Flughafens in Moskau habe sie Snowden weiter begleitet, «bis unser Team sicher sein konnte, dass er sich eingerichtet hat und von keiner Regierung beeinflusst wird».

Snowden erhielt schliesslich am 1. August ein auf ein Jahr begrenztes Aufenthaltsrecht in Russland.

Harrison ist eine der engsten Vertrauten des Wikileaks-Gründers Julian Assange. Der Australier harrt noch immer in Ecuadors Botschaft in London aus, um seiner Auslieferung nach Schweden zu entgehen.

Die ihm dort zur Last gelegten Sexualdelikte nennt Assange vorgeschoben. Er fürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm wegen Geheimnisverrats eine lebenslange Haftstrafe.

kle/sda

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