Slowakei will keine muslimischen Flüchtlinge

Christen bekommen Hilfe, Muslime nicht. Die Slowakei soll 200 Flüchtlinge aufnehmen, lehnt aber muslimische Asylbewerber ab. Es gebe keine Moscheen für sie, heisst es.

Sind in der Slowakei unerwünscht: Muslimische Flüchtlinge aus Syrien warten in Serbien. (13. Juli 2015)

Sind in der Slowakei unerwünscht: Muslimische Flüchtlinge aus Syrien warten in Serbien. (13. Juli 2015)

(Bild: Keystone Djordje Savic)

Um Griechenland und Italien zu entlasten, haben sich die EU-Staaten auf eine Umverteilung von 40'000 Flüchtlingen geeinigt. Mit dabei ist auch die Slowakei, die sich zur Aufnahme von 200 Migranten verpflichtet hat. Die Regierung in Bratislava will jedoch keine Muslime aufnehmen. Nur Christen sollen ins Land mit 5,5 Millionen Einwohnern gelassen werden.

Flüchtlinge muslimischen Glaubens würden sich in der Slowakei nicht wohlfühlen, begründet der Sprecher des slowakischen Innenministeriums die Sperre. «Wir könnten 800 Muslime aufnehmen, aber wir haben in der Slowakei überhaupt keine Moscheen», sagte Ivan Metik der «BBC». «Es würde ihnen hier nicht gefallen.» Von Diskriminierung will Metik nichts wissen, der Sprecher weist alle Vorwürfe zurück. «Wir sind doch sowieso nur ein Transitland. Die Leute wollen nicht in der Slowakei bleiben», sagte Metik.

Den EU-Mitgliedstaaten sei jede Form der Diskriminierung verboten, betonte die EU-Kommissionssprecherin Annika Breithard gegenüber «Spiegel online». Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte die EU-Staaten auf, Flüchtlinge ohne Ansehen ihrer Religionszugehörigkeit aufzunehmen.

slw

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