Zum Hauptinhalt springen

«Sie zwangen mich, zuzugeben, dass ich für die CIA arbeite»

An einer Pressekonferenz berichtet der verschleppte ukrainische Aktivist Dmitro Bulatow von grausamer Folter während seiner Gefangenschaft. Er sei von «russischsprachigen Profis» misshandelt worden.

«Ich war zu allem bereit»: Dmitro Bulatow zeigt die Verletzungen an seinen Händen, die ihm nach eigenen Angaben durch Nägel zugefügt wurden. (6. Februar 2014)
«Ich war zu allem bereit»: Dmitro Bulatow zeigt die Verletzungen an seinen Händen, die ihm nach eigenen Angaben durch Nägel zugefügt wurden. (6. Februar 2014)
Keystone

Der ukrainische Regierungsgegner Dmitro Bulatow ist nach eigenen Angaben von «russischsprachigen Folterern» zu Geständnissen gezwungen worden. Bulatow sagte auf einer Pressekonferenz im litauischen Vilnius, er habe vor einer Kamera sagen müssen, dass er ein US-Spion sei, dass er Geld aus den USA für die Proteste auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz bekommen habe und dass die Amerikaner ihn dazu motiviert hätten, Unruhen gegen die ukrainische Regierung anzuzetteln.

«Sie zwangen mich, vor der Kamera zuzugeben, dass ich ein amerikanischen Spion sei und für die CIA arbeite», so Bulatow. Er habe ihnen Lügen erzählt, «damit sie aufhören, mich zu foltern.» Er habe unter anderem gestanden, von dem amerikanischen Botschafter Geld bekommen zu haben, um die Demonstrationen anzustacheln.

«Mitglieder russischer Sonderdienste»

Er habe nur wenig zu Essen und fauliges Wasser bekommen, berichtete der Aktivist. «Als sie mich schlugen, habe ich auf meinem Gesicht etwas wie geschmolzenes Metall gespürt, sehr, sehr heiss», sagte Bulatow in dem Krankenhaus, in dem er seit seiner Ankunft am Sonntag medizinisch behandelt wird. Wegen der schweren Folter sei er «zu allem bereit» gewesen. Er habe derartige Schmerzen gehabt, dass er seine Peiniger sogar gebeten habe, ihn zu töten. Er habe gedacht, dass es «Mitglieder russischer Sonderdienste» gewesen seien, auf jeden Fall «Profis».

Der 35-jährige Bulatow war vergangene Woche schwer verletzt in einem Dorf bei Kiew aufgetaucht. Er gab an, am 22. Januar verschleppt, danach gefoltert und schliesslich in einem Wald ausgesetzt worden zu sein. In den vergangenen Wochen sollen dutzende weitere Aktivisten entführt und gefoltert worden sein.

Die ukrainische Justiz hatte Bulatow, nach dem wegen des Verdachts der «Organisation massiver Unruhen» gefahndet wurde, die Ausreise gestattet. Die litauischen Behörden bestätigten am Dienstag, dass Bulatow gefoltert wurde.

AFP/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch