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Separatisten schiessen ukrainisches Militärflugzeug ab

In Luhansk haben prorussische Separatisten mit Abwehrraketen und Maschinengewehren auf ein ukrainisches Militärflugzeug gefeuert. Fast 50 Menschen kamen ums Leben. Der Präsident droht mit Vergeltung.

Mit Flugabwehrkanonen und grosskalibrigen Maschinengewehren abgeschossen: Das kurz vor Luhansk verunglückte Militärflugzeug. (14. Juni 2014)
Mit Flugabwehrkanonen und grosskalibrigen Maschinengewehren abgeschossen: Das kurz vor Luhansk verunglückte Militärflugzeug. (14. Juni 2014)
Reuters
Die Maschine beförderte neun Mannschaftsmitglieder und 40 Soldaten, alle Passagiere starben.  (14. Juni 2014)
Die Maschine beförderte neun Mannschaftsmitglieder und 40 Soldaten, alle Passagiere starben. (14. Juni 2014)
Reuters
Die Maschine ist für den Transport von Menschen und schwerem Gerät geeignet – im Bild eine Il-76 der chinesischen Armee. (März 2014)
Die Maschine ist für den Transport von Menschen und schwerem Gerät geeignet – im Bild eine Il-76 der chinesischen Armee. (März 2014)
AFP
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Beim Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs durch prorussische Rebellen im Osten des Landes sind alle 49 Menschen an Bord der Maschine ums Leben gekommen. Das teilte die Zentrale der Staatsanwaltschaft der Ukraine heute mit. Die Transportmaschine vom Typ Il-76 befand sich im Landeanflug auf den Flughafen von Luhansk. Sie beförderte den Angaben zufolge neun Mannschaftsmitglieder und 40 Soldaten. Ein Sprecher der Behörde für Terrorismusbekämpfung sagte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, die Zahl sei vorläufig.

Das ukrainische Verteidigungsministerium sprach den Angehörigen der Opfer seine Mit schweren Waffen haben die Separatisten im Osten der Ukraine ein Transportflugzeug des Militärs abgeschossen. Die Regierung in Kiew und die USA werfen Russland vor, die Aufständischen militärisch zu unterstützen.

Prorussische Separatisten haben im Osten der Ukraine ein mit Soldaten besetztes Militärflugzeug abgeschossen. Alle 49 Menschen an Bord seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Hoffnungen auf eine Entspannung in dem seit vier Monaten andauernden Konflikt wurden durch die blutige Eskalation einmal mehr zerschlagen.

Poroschenko droht mit Vergeltung

Für die ukrainischen Streitkräfte war es der bisher tödlichste Zwischenfall. Präsident Petro Poroschenko, der in seiner Antrittsrede vergangene Woche noch einen Friedensplan versprochen hatte, berief seinen nationalen Sicherheitsrat ein und erklärte den Sonntag zum Trauertag. Den Separatisten drohte er mit Vergeltung.

Der Abschuss warf erneut die Frage auf, wie die Rebellen an schwere Waffen herankommen konnten, die für den Abschuss einer solch grossen Transportmaschine nötig sind. Die US-Regierung warf Russland einmal mehr vor, die Separatisten zu bewaffnen, was Russland abstreitet.

«Wir verurteilen den Abschuss des ukrainischen Militärflugzeugs und sind nach wie vor sehr besorgt über die Situation im Osten der Ukraine. Darunter auch die Tatsache, dass militante und separatistische Gruppen schwere Waffen aus Russland bekommen haben, unter anderem Panzer, was eine schwere Eskalation darstellt», sagte Laura Lucas Magnuson, eine Sprecherin des Weissen Hauses.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande drückten in einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ihre Sorge über die anhaltenden Kämpfe aus und forderten eine rasche Waffenruhe sowie eine Lösung im Gasstreit zwischen beiden Ländern.

Die Transportmaschine vom Typ Il-76 befand sich im Landeanflug auf den Flughafen von Lugansk, als sie abgeschossen wurde, und beförderte neun Mannschaftsmitglieder und 40 Soldaten, wie es von der Generalstaatsanwaltschaft hiess.

Ein Sprecher der selbst ernannten Volksrepublik Lugansk, Alexej Toporow, sagte, das Flugzeug sei abgeschossen worden, nachdem die ukrainischen «Besatzer» ein Ultimatum hätten verstreichen lassen, den Flughafen von Lugansk zu verlassen.

Nato veröffentlicht Bilder von Panzern

Die Nato veröffentlichte Aufnahmen, um jüngste Bewegungen russischer Panzer nahe der Grenze zu zeigen, die «erhebliche Fragen» über die Rolle Russlands aufwerfen würden. Die in der Ukraine gesichteten Panzer trügen keine Kennzeichen oder Tarnfarben wie jene, die vom ukrainischen Militär benutzt würden. Sie hätten überhaupt keine Kennzeichen. Das erinnere an die Taktik, die von «russischen Elementen» benutzt worden sei, die bei der Destabilisierung der Krim beteiligt gewesen seien.

Russland reagierte darauf nicht, sondern warf seinerseits dem ukrainischen Militär vor, die Grenze zu verletzen. Sollte sich das fortsetzen, würde Russland «alle nötigen Massnahmen ergreifen, um das zu unterbinden», teilte das Aussenministerium mit.

Lugansk liegt im Osten der Ukraine in der Nähe zur Grenze zu Russland. In dieser Gegend haben die prorussischen Separatisten Regierungs- und Verwaltungsgebäude besetzt und nach umstrittenen Referenden ihre Unabhängigkeit erklärt. Mindestens 270 Menschen starben vor dem jüngsten Abschuss nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Separatisten.

Die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland waren im Februar eskaliert, nachdem Präsident Viktor Janukowitsch von der Protestbewegung, die engere Beziehungen mit der Europäischen Union angestrebt hatte, aus seinem Amt vertrieben worden war.

AFP/wid

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