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Schweizerinnen wollen ins französische Parlament

Neu dürfen auch Auslandfranzosen Kandidierende in die Nationalversammlung wählen. Zwischen den beiden Top-Kandidatinnen aus Zürich und Genf zeichnet sich eine Neuauflage der Präsidentschaftswahl ab.

Die aussichtsreichste Kandidatin: Claudine Schmid, wohnhaft in Zürich, tritt für die konservative Partei UMP an.
Die aussichtsreichste Kandidatin: Claudine Schmid, wohnhaft in Zürich, tritt für die konservative Partei UMP an.
PD
Die Sozialistin: Nicole Castioni ist Richterin am Kriminalgericht des Kantons Genf und steigt für Hollandes Parti Socialiste ins Rennen.
Die Sozialistin: Nicole Castioni ist Richterin am Kriminalgericht des Kantons Genf und steigt für Hollandes Parti Socialiste ins Rennen.
PD
Ehemalige Staatsrätin und unabhängige Politikerin: Micheline Spoerri, wohnhaft in Genf.
Ehemalige Staatsrätin und unabhängige Politikerin: Micheline Spoerri, wohnhaft in Genf.
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Bei den französischen Parlamentswahlen im Juni können erstmals auch die Auslandfranzosen ihre eigenen Vertreter in die französische Nationalversammlung wählen. Insgesamt 11 Abgeordnete werden im Ausland bestimmt, die Schweiz bildet zusammen mit Liechtenstein einen Wahlkreis. Kanada, Nord- und Südamerika und Nordeuropa stellen die drei grössten Wahlkreise ausserhalb Frankreichs. Bis am Freitag haben Schweiz-Franzosen noch Zeit, um ihre Kandidatur offiziell anzumelden.

Die Westschweizer Zeitung «Le Temps» porträtierte heute mehrere der insgesamt 11 Kandidaten (Artikel online nicht verfügbar). Die grössten Chancen auf den Einzug ins Parlament hat momentan Claudine Schmid, die für Sarkozys UMP ins Rennen zieht. Schmid, die ursprünglich aus der Stadt Annemasse an der Schweizer Grenze stammt, lebt in Zürich zusammen mit ihrem Mann Urs Schmid, FDP-Gemeinderat. Dass Sarkozy von den in der Schweiz wohnhaften Franzosen mehr Stimmen erhielt als François Hollande, freut Schmid: «Dies ist nach der Präsidentschaftswahl Balsam für die Seele.»

Konkurrenz von einer Sozialistin

Die einzig ernst zu nehmende Konkurrenz für Claudine Schmid droht ihr aus der Westschweiz: Die Genferin Nicole Castioni tritt als Kandidatin der Sozialisten zu den Parlamentswahlen an. Die Kantonsrichterin Castioni politisierte in Genf in der SP und machte durch ihre Biografie «Sonne am Ende der Nacht» von sich reden. Darin beschrieb sie ihre Jugendjahre in Paris im Sumpf von Drogen, Missbrauch und Prostitution.

Geringere Wahlchancen dürfte sich Micheline Spoerri erhoffen. Die ehemalige Genfer Staatsrätin geht als unabhängige Politikerin für die Rechte ins Rennen. Spoerri versucht vor allem mit ihrer Erfahrung zu trumpfen und unterstreicht dies mit einem professionellen Internetauftritt.

Steuerfragen bewegen

Die über 100'000 in der Schweiz lebenden Franzosen, die in der Heimat stimmberechtigt sind, stehen also vor einer ähnlichen Links-Rechts-Wahl wie bei dem Rennen um die Präsidentschaft. UMP-Anhängerin Claudine Schmid wirbt für einen schlankeren Staat, die Linke Castioni propagiert mehr soziale Gerechtigkeit und engagiert sich für Frauenrechte.

Das Thema, das den Auslandfranzosen aber am meisten unter den Nägeln brenne, sei die Verschärfung gegen Steuerflüchtlinge. François Hollande hatte vor seiner Wahl stets erklärt, härter gegen Franzosen vorgehen zu wollen, die ihr Land aus Steuergründen verlassen hatten. Die Wahlen für die französische Nationalversammlung finden am 3. und 17. Juni statt.

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