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Schon 10'000 Libyer schafften es nach Italien

Seit Beginn des Kriegs in Libyen haben bereits 10'000 Flüchtlinge nach Süditalien übergesetzt. Der italienische Innenminister Roberto Maroni rechnet mit einer weiteren Zunahme – und fordert ein Ende des Krieges.

Ankunft im Morgengrauen: Ein Flüchtlingsboot landet auf der Insel Lampedusa. (28. April 2011)
Ankunft im Morgengrauen: Ein Flüchtlingsboot landet auf der Insel Lampedusa. (28. April 2011)
Keystone

«Wir rechnen damit, dass 50'000 Flüchtlinge nach Italien kommen. Wenn der Krieg nicht bald aufhört, werden wir sie alle in Italien behalten müssen, weil wir Kriegsflüchtlinge aus humanitären Gründen nicht abschieben können», sagte der italienische Innenminister Roberto Maroni in Rom.

Maroni warnte, dass Millionen von Menschen Libyen verlassen wollen. «Sollte der Krieg nicht bald aufhören, werden viele dieser Menschen Italien erreichen», meinte der Innenminister. Er forderte eine diplomatische Lösung für Libyen. «Die Gefahr ist, dass Libyen zu einem neuen Afghanistan wird», erklärte der Minister.

Nordafrikanische Flüchtlinge beigesetzt

Etwa 1000 Migranten, die in den vergangenen Tagen Lampedusa erreicht hatten, haben am Dienstag an Bord eines Schiffes die Insel verlassen. Bereits am Montagabend hatte ein weiteres Schiff 1300 Flüchtlinge nach Genua gebracht.

Auf Lampedusa wurden am Dienstag drei nordafrikanische Flüchtlinge beigesetzt, die ums Leben gekommen waren, nachdem ihr Boot in der Nacht auf Sonntag mit über 500 Menschen an Bord unweit von Lampedusa auf Grund gelaufen war. 528 Personen konnten gerettet werden.

Italien fühlt sich alleingelassen

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano hat inzwischen die EU erneut aufgerufen, Italien bei der Bewältigung des humanitären Notstands wegen der Flüchtlingswelle aus Nordafrika nicht alleinzulassen.

Ganz Europa müsse die Verantwortung für die Flüchtlingsnotlage übernehmen, denn die Migrationswelle könne nicht allein eine Angelegenheit der EU-Mittelmeerländer sein. Die EU müsse Initiativen in die Wege leiten, um den nordafrikanischen Ländern eine neue Perspektive zu geben. «Angesichts von Krisen muss die EU schneller reagieren», sagte Napolitano.

SDA/pbe

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