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«Schade, kann ich nicht schon in Rente gehen»

Der kubanische Staatschef Raúl Castro feiert seinen 80. Geburtstag. Ganz erfreut über sein neues Amt scheint er nicht zu sein. Die Repressionen gegen Oppositionelle halten an.

Unter Brüdern: Raúl Castro zusammen mit Fidel am Parteikongress, 19. April in Havanna.
Unter Brüdern: Raúl Castro zusammen mit Fidel am Parteikongress, 19. April in Havanna.
Keystone

Der kubanische Staatschef Raúl Castro hat zu seinem 80. Geburtstag enthüllt, dass er liebend gern schon Rentner wäre. «Das ist wirklich schade, dass ich nicht schon in Rente gehen kann», scherzte Castro mit Blick auf seinen heutigen Ehrentag vor Journalisten.

Aber er müsse machen, was die Partei entschieden habe. Die Kommunistische Partei hatte Raúl Castro auf einem Kongress im April endgültig und hochoffiziell zum Nachfolger seines Bruders Fidel Castro an ihrer Spitze bestimmt. Allerdings kritisierte Raúl Castro schon damals, dass es «eine Schande» sei, dass kein Jüngerer dieses Amt übernehmen könne.

«Nieder mit den Castros»

Die Repressionen dauern derweil in Kuba an. So sind vier Oppositionelle zu Gefängnisstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt worden. Die vier Männer im Alter zwischen 23 und 42 Jahren hatten Flugblätter mit regimekritischen Parolen verteilt.

Dies teilte die Kubanische Menschenrechtskommission mit. Die Verurteilten hätten Mitte Januar vor dem Palast der Revolution und in einer Strasse in Havanna Flugblätter mit Texten wie «Nieder mit den Castros» oder «Freiheit für die politischen Gefangenen» verteilt. Der Vorsitzende der Kommission, Elizardo Sánchez, sagte, dass es sich bei den vier eindeutig um «Gewissensgefangene» handle. Sie hätten weder Gewalt angewendet noch zu ihr aufgerufen.

Castro duldet keine Opposition

Nach seiner Einschätzung gibt es auf der Insel rund 50 politische Häftlinge. Die kommunistische Regierung in Havanna stuft Oppositionelle in der Regel als «Söldner» der USA ein. Kürzlich wurden nach Vermittlung der katholischen Kirche 130 Gefangene freigelassen.

Die Menschenrechtskommission ist wie alle Oppositionsgruppen in Kuba illegal, wird aber von der Regierung toleriert. Staatschef Raúl Castro hatte im April erklärt, für die Opposition sei kein Platz in der kubanischen Öffentlichkeit.

SDA/jak

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