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Sakraler Populismus

Papst Franziskus besuchte afrikanische Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa. Der Auftritt war eine vatikanische PR-Veranstaltung, ein brillantes aber verantwortungsloses Illusionstheater. Ein Kommentar

Es war die erste Pastoralreise des neuen Papstes Franziskus, und sie war wie alles, was der argentinische Jesuit Jorge Bergoglio tut, bis ins kleinste Detail durchgeplant und inszeniert. Reiseziel, Verlautbarungen, jede noch so minimale Geste gehorchten einer professionellen Regie, darauf angelegt, den päpstlichen Ausflug mit sakraler Symbolik und Weihe aufzuladen. Am Montagmorgen traf der Pontifex mit einem kleinen Gefolge im Hafen Punta Favaloro auf der Insel Lampedusa ein, jener Insel südlich von Sizilien, die aufgrund ihrer geringen Distanz zur nordafrikanischen Küste zum Ziel von Tausenden von Armutsmigranten geworden ist. Er übergab einen Gerberakranz dem Meer, Gelb-Weiss, die Farben des Vatikans, im Gedenken an jene, die auf der Überfahrt nach Europa mit ihren überfüllten Booten in den Fluten untergegangen oder verdurstet waren.

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