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«Russland will einen neuen Kalten Krieg»

Die Historikerin und Pulitzer-Preisträgerin Anne Applebaum über die Fehler des Westens im Umgang mit Moskau, die Zukunft der Ukraine und die Lage der amerikanisch-europäischen Beziehungen.

«Es ist nicht mehr möglich, die Ukraine zu ignorieren»: US-Historikerin Anne Applebaum.
«Es ist nicht mehr möglich, die Ukraine zu ignorieren»: US-Historikerin Anne Applebaum.
Keystone

Als wir Anne Applebaum treffen, ist Boris Nemzow, der russische Opposi­tionelle, der am Freitag in Moskau erschossen wurde, noch am Leben. Die amerikanische Historikerin, eine schma­­le, energiegeladene Frau, holt uns im modernen Geschäftszentrum Warschaus auf der Strasse ab.

Mit dem Lift geht es ­hinauf, in eine kleine Neubauwohnung. Der verschlafen wirkende Mann im ­Morgenrock, der uns die Tür öffnet, ist Radoslaw Sikorski (52), Ehemann Applebaums, früherer Aussenminister Polens, heute Präsident des Sejm, des polnischen Parlaments. Hier in Warschau mag er wesentlich bekannter sein als seine Ehefrau, doch an diesem Morgen überlässt er ihr die Bühne: Sikorski kocht und serviert uns Kaffee, dann zieht er sich zurück.

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