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Russland prüft Beteiligung an Nato-Raketenabwehr

Dmitri Medwedew erwägt ein Engagement Russlands am Raketenabwehrschirm der Nato. Ausserdem hat der russische Präsident verkündet, am Nato-Russland-Gipfel in Lissabon teilzunehmen.

Sollte Moskau bei der Raketenabwehr mit der Nato zusammenarbeiten, wäre dies ein grosser Schritt vom Kalten Krieg zu engerer Kooperation: Dmitri Medwedew.
Sollte Moskau bei der Raketenabwehr mit der Nato zusammenarbeiten, wäre dies ein grosser Schritt vom Kalten Krieg zu engerer Kooperation: Dmitri Medwedew.
Keystone

Russland erwägt eine Beteiligung am Raketenabwehrschirm der Nato, hat aber weiter Vorbehalte gegen das Projekt. Dies gab der russische Präsident Dmitri Medwedew nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in Deauville bekannt. Medwedew bestätigte zudem seine Teilnahme an einem Nato-Russland-Gipfel Ende November in Lissabon. Merkel sprach von einer «guten Botschaft».

«Wir prüfen die Idee» der Raketenabwehr, sagte Medwedew. Allerdings sei Russland weiterhin darüber besorgt. Er rief die Nato-Mitglieder deswegen auf, sich über den grundlegenden Sinn klar zu werden. Zudem müsse die Nato konkret sagen, wie sie sich eine russische Beteiligung vorstelle. «Nach den entsprechenden Einschätzungen können wir eine Antwort geben, wie wir weiterarbeiten.»

Meilenstein nach Kaltem Krieg

Sollte Moskau bei der Raketenabwehr tatsächlich mit dem Nordatlantik-Pakt zusammenarbeiten, wäre dies ein Meilenstein vom Kalten Krieg zur engen Kooperation. Die USA wollten den Schild zur Abwehr ballistischer Raketenangriffe aus dem Iran oder Nordkorea zunächst im Alleingang mit Tschechien und Polen aufbauen. Die Absicht des früheren US-Präsidenten George W. Bush hatte Moskau als Provokation gesehen und Gegenmassnahmen erwogen.

Die 28 Nato-Staaten wollen auf ihrem Gipfel in Lissabon den Beschluss zum Aufbau des Abwehrschirms fassen. Deutschland unterstützt das Projekt, weil es von Bush-Nachfolger Barack Obama unter das Dach der Nato gestellt worden ist und Moskau mit einbezogen werden soll. Merkel warb gegenüber Medwedew dafür: «Wir sitzen in einem Boot, wenn es um die wirklichen Gefährdungen im 21. Jahrhundert geht.»

dapd/ske

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