Russische Tupolew erscheint ungebeten zu Nato-Manöver

Die Nato-Truppen in Norwegen haben anlässlich ihres Grossmanövers unerwartet Besuch aus dem Osten bekommen.

Unerwartet: Die Besatzung des Nato-Schiffes wirkt verdutzt. Video: AFP

Während des Nato-Grossmanövers «Trident Juncture 18» vor der norwegischen Küste flog eine russische Tupolew TU-142 über das Kommandoschiff «USS Mount Whitney». An Bord des US-Schiffes ging ein Raunen durch die auf Deck versammelten Soldaten und Journalisten, als die Maschine - ein Relikt aus dem Kalten Krieg - in geringer Höhe über das Schiff flog.

Er habe schon viele Fotos des maritimen Aufklärungsflugzeugs gesehen, die Turboprop-Maschine aus der Nähe aber noch nie, sagte einer der Soldaten. Möglicherweise wollten sich die Russen ein genaues Bild von der «USS Mount Whitney» machen. Das Schiff stammt ebenfalls aus der Zeit des Kalten Krieges und ist seit fast 50 Jahren für die US-Marine im Einsatz. Ausgestattet mit neuester Kommunikationstechnik dient es als Kommandoschiff des Nato-Manövers.

Von offizieller Seite wollte die Nato zunächst nicht von einer Provokation Moskaus sprechen. «Wir sind auf See, jeder hat das Recht, hier zu sein», sagte der britische Admiral Guy Robinson. «Das sind internationale Gewässer, das ist internationaler Luftraum.» Natürlich werde alles genau beobachtet, bislang sei alles «sicher und professionell» verlaufen.

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Raketentest angekündigt

Was allerdings noch ausstehen könnte, sind Raketentests, die Russland kürzlich angekündigt hatte. Sie sollen noch während des Nato-Manövers vor der norwegischen Küste stattfinden. Norwegens Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen hatte dazu erklärt, die Nato werde sich durch Russlands Vorgehen nicht «irritieren» lassen.

Das grösste Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges wird noch bis zum 7. November in der Region abgehalten. Moskau, das wiederum im September das grösste Militärmanöver seiner Geschichte mit rund 300'000 Soldaten abgehalten hatte, verfolgt die Nato-Übung mit Argwohn. Norwegen teilt im hohen Norden eine rund 200 Kilometer lange Grenze mit Russland.

nag/AFP

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