Zum Hauptinhalt springen

Regierung einigt sich auf neues Sparpaket – Griechen machen Krawall

Busfahrer, Lehrer und Krankenpfleger haben in Griechenland die Arbeit niedergelegt. Bei Protesten in Athen musste die Polizei Tränengas einsetzen. Die Regierung hat derweil ein neues Sparpaket beschlossen.

Bringen das neue Sparpaket auf den Weg: Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras (rechts) und Premierminister Antonis Samaras nach dem Treffen im Parlament. (27. September 2012)
Bringen das neue Sparpaket auf den Weg: Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras (rechts) und Premierminister Antonis Samaras nach dem Treffen im Parlament. (27. September 2012)
AFP
Proteste gehen weiter: Auch am zweiten Tag des Generalstreiks demonstrieren die Griechen gegen die Sparmassnahmen – Zivilisten und Demonstranten geraten aneinander. (27. September 2012)
Proteste gehen weiter: Auch am zweiten Tag des Generalstreiks demonstrieren die Griechen gegen die Sparmassnahmen – Zivilisten und Demonstranten geraten aneinander. (27. September 2012)
Reuters
Aufruf zum Ausstand: Die Innenstadt von Athen ist mit Plakaten gepflastert, welche die Griechen zum Streiken auffordern. (25. September 2012)
Aufruf zum Ausstand: Die Innenstadt von Athen ist mit Plakaten gepflastert, welche die Griechen zum Streiken auffordern. (25. September 2012)
Keystone
1 / 19

Zehntausende Griechen haben sich am ersten Generalstreik seit dem Amtsantritt der neuen Regierung im Juni beteiligt und ihren Unmut über deren Sparpolitik bei einer grossen Demonstration durch die Hauptstadt Athen zum Ausdruck gebracht.

50'000 Menschen haben vor dem Parlament in Athen gegen das Sparprogramm der Regierung protestiert. Am Rande der Demonstration kam es zu Scharmützel zwischen Polizisten und Vermummten. Rund 200 vermummte Autonome schleuderten mehrere Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, wie das Fernsehen zeigte. Tausende Demonstranten flüchteten in Nebenstrassen. Flüge wurden gestrichen, Züge fielen aus. Auch der Einzelhandel beteiligte sich. Viele Geschäften blieben geschlossen. Spitäler arbeiteten nur mit Notbesetzung. Zum Streik aufgerufen hatten die beiden grössten Gewerkschaften des Landes, die die Hälfte der rund vier Millionen Arbeitnehmer des Landes repräsentieren.

Weitere Kürzungen

Unterdessen verständigten sich Finanzminister Stournaras und Ministerpräsident Samaras auf das neue Sparpaket, wie die Nachrichtenagentur AP von einem Mitarbeiter des Finanzministeriums erfuhr, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die beiden Vorsitzenden der Koalitionspartner sollten morgen von Samaras informiert werden, hiess es aus Parteikreisen.

Die von Athen und den internationalen Gläubigern ausgehandelten Sparmassnahmen sehen weitere Kürzungen bei den Renten und Löhnen vor. Die Reformen sind Voraussetzung für die Freigabe der nächsten Kredittranche in Höhe von 31 Milliarden Euro durch die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF). Dabei müssen sich griechische Arbeitnehmer womöglich auch auf eine Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre einstellen.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch