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Rebellen wollen Kampfjet Su-25 abgeschossen haben

In der Ostukraine toben Kämpfe zwischen prorussischen Rebellen und der Armee. Die UNO befürchtet eine humanitäre Krise.

Kämpfe um die Herrschaft an der ukrainisch-russischen Grenze fordern ständig neue Opfer: Prorussische Separatisten an einem Checkpoint ausserhalb Donezks. (16. Juni 2014)
Kämpfe um die Herrschaft an der ukrainisch-russischen Grenze fordern ständig neue Opfer: Prorussische Separatisten an einem Checkpoint ausserhalb Donezks. (16. Juni 2014)
Valentina Svistunova, Keystone

Bei neuen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben rund 30 Soldaten verletzt worden. Unweit der Stadt Luhansk hätten Separatisten in der Nacht Mörsergranaten auf Regierungseinheiten und Grenzschützer abgefeuert.

Ihre Stellungen seien unter anderem in dem Ort Alexejewskoje beschossen worden, teilten ukrainische Behörden mit. Die prorussischen Separatisten berichteten vom Abschuss eines Kampfflugzeugs vom Typ Suchoi Su-25. Der Pilot habe sich per Schleudersitz gerettet, hiess es.

Seit der Wahl von Präsident Petro Poroschenko gehen die ukrainischen Regierungstruppen verstärkt gegen die Separatisten im Osten vor. Poroschenko hatte die Streitkräfte am Montag angewiesen, binnen einer Woche die Grenzregion wieder voll unter ihre Kontrolle zu bringen.

Sonderbeauftragte für Dialog mit Separatisten

Poroschenko setzte als Schritt in seinem angekündigten Friedensplan eine Sonderbeauftragte für die Krisenregionen Donezk und Luhansk ein. Irina Geraschtschenko solle demnach den Dialog suchen mit den Aufständischen vor allem in der selbst ernannten «Volksrepublik Donezk», die ebenso wie die «Volksrepublik Luhansk» nach Unabhängigkeit strebt.

Die Aufständischen erklärten sich grundsätzlich zu Gesprächen bereit, verlangten aber, dass Vermittler Russlands oder internationaler Organisationen hinzugezogen würden. Direkte Gespräche mit Vertretern Kiews seien nicht mehr möglich, «weil die Regierung jeden Tag ihre Bürger in Slowjansk und anderen Städten tötet», sagte der von Kiew nicht anerkannte Donezker «Vize-Regierungschef» Andrei Purgin.

Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen und anderem Kriegsgerät zu versorgen. Russland weist dies zurück. Die ukrainisch-russische Grenze ist rund 2000 Kilometer lang. Rund 250 Kilometer sind unter Kontrolle der Regierungstruppen. Nach Angaben der Regierung in Kiew wurden seit dem Start der Militäroperation 125 ukrainische Soldaten getötet.

Humanitäre Krise droht

Die Vereinten Nationen befürchten inzwischen eine humanitäre Krise, falls der Konflikt nicht politisch gelöst wird, wie es aus UN-Kreisen in New York hiess. Sie bezogen sich auf eine Unterrichtung des Weltsicherheitsrates durch UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Demnach sind 34'000 Ukrainer auf der Flucht, darunter etwa 10'000 von der inzwischen russischen Halbinsel Krim. Rund 4600 Ukrainer hätten in Russland um Asyl oder Flüchtlingsstatus gebeten.

Russland legte einen dritten Entwurf für eine Resolution des Sicherheitsrats zum Ukraine-Konflikt vor, in der zu humanitärer Hilfe aufgerufen wird. UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte, Russland habe Änderungen vorgenommen, um so viel Unterstützung wie möglich für den Entwurf zu bekommen.

Allerdings sind andere Sicherheitsratsmitglieder immer noch erbost über die russische Annexion der einst ukrainischen Krim. Auch unterstellt der Westen der russischen Regierung Unterstützung für die Separatisten.

Grosses Hilfspaket

Der 500-Millionen-Kredit der EU ist Teil eines grösser angelegten Hilfspakets für die proeuropäische Regierung in Kiew. Die EU hatte schon im Mai 100 Millionen Euro überwiesen. Eine weitere Milliarde Euro steht in Aussicht, sofern die Ukraine mit versprochenen Wirtschaftsreformen vorankommt. Für kommende Woche ist der Abschluss eines weitreichenden Freihandelsabkommens zwischen der EU und der Ukraine geplant.

Die Hinwendung der neuen ukrainischen Regierung zu Europa ist einer der wichtigsten Gründe für den Konflikt mit Russland und den prorussischen Separatisten. Dieser wird nicht nur militärisch ausgetragen; Moskau und Kiew streiten auch seit Wochen über Gaslieferungen aus Russland an die Ukraine. Der russische Konzern Gazprom hatte nach dem Scheitern eines Kompromisses am Montag die Versorgung des Nachbarlands vorerst gekappt.

sda/AP/thu

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