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Ratko Mladic will sein Urteil aufschieben

Nächste Woche soll der Prozess gegen den wegen Kriegsverbrechen angeklagten bosnischen Ex-Militärchef eröffnet werden. Seine Anwälte fordern eine Verschiebung: Sie wollen neue Richter.

Fordert den Austausch seiner Richter: Ratko Mladic bei einer Anhörung vor dem UN-Tribunal in Den Haag. (3. Juni 2011)
Fordert den Austausch seiner Richter: Ratko Mladic bei einer Anhörung vor dem UN-Tribunal in Den Haag. (3. Juni 2011)
AFP

Kurz vor dem geplanten Beginn des Prozesses gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic vor dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag hat der Angeklagte den Austausch des Vorsitzenden Richters verlangt.

Alphons Orie erfülle nicht die geforderte Unparteilichkeit, hiess es in einem auf der Website des Gerichtes veröffentlichten Antrag der Anwälte von Mladic. Zur Begründung führten sie an, dass der Niederländer Orie am Gericht bereits mehrere Untergebene von Mladic verurteilt habe.

Integrität des Prozesses in Frage gestellt

Nur wenn Orie ausgetauscht werde, könne die Integrität des Prozesses gewährleistet sein, heisst es in dem Antrag der Anwälte weiter. Sie forderten zugleich eine Verschiebung des für Mittwoch geplanten Prozessauftaktes, damit zuvor ihre Forderung zum Richteraustausch geprüft werden könne.

Orie war bereits 2008 beim Prozess gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic ausgetauscht worden, nachdem dessen Anwälte einen ähnlichen Antrag wie jetzt Mladic gestellt hatten.

Vorwurf des Völkermordes

Mladic war Ende Mai 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien gefasst und an das UNO-Gericht überstellt worden. Er soll sich dort wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges zwischen 1992 und 1995 verantworten.

Ihm wird insbesondere seine Rolle beim Massaker an tausenden muslimischen Männern und Jungen in Srebrenica im Juli 1995 zur Last gelegt. Ausserdem muss er sich wegen Verbrechen bei der Belagerung von Sarajevo ab Mai 1992 und in anderen Orten Bosnien-Herzegowinas sowie bei der Geiselnahme von UNO-Soldaten verantworten.

SDA/fko

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