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Putins Erzfeind erneut verurteilt

Das Gericht in Moskau hat den früheren Ölunternehmer Michail Chodorkowski des Betrugs schuldig gesprochen. Chodorkowski kündigt bereits die nächsten Schritte im Kampf um seine Freiheit an.

Rund zehn Jahre lang war der russische Oligarch Michail Chodorkowski inhaftiert.
Rund zehn Jahre lang war der russische Oligarch Michail Chodorkowski inhaftiert.
PD
Am 20. Dezember 2013 wurde er freigelassen. Ein Helikopter startet auf dem Flugplatz Segezha bei Petrozavodsk, wo Chodorkowski im Gefängnis sass. (20. Dezember 2013)
Am 20. Dezember 2013 wurde er freigelassen. Ein Helikopter startet auf dem Flugplatz Segezha bei Petrozavodsk, wo Chodorkowski im Gefängnis sass. (20. Dezember 2013)
Reuters
Nach wenigen Monaten hätten Chodorkowski und Lebedew das Gefängnis verlassen können. Doch sie wurden zu einem zweiten Prozess bestellt – und am 27. Dezember 2010 erneut verurteilt.
Nach wenigen Monaten hätten Chodorkowski und Lebedew das Gefängnis verlassen können. Doch sie wurden zu einem zweiten Prozess bestellt – und am 27. Dezember 2010 erneut verurteilt.
PD
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Der russische Öl-Magnat Michail Chodorkowski ist wegen Geldwäscherei und Betrugs schuldig gesprochen worden, wie die Agentur Interfax meldet. Gleich nach dem Schuldspruch schickte Richter Viktor Danilkin die Presse aus dem Gerichtssaal.

Chodorkowski, Ex-Chef des inzwischen zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos, wurde in dem Verfahren vorgeworfen, 218 Millionen Tonnen Öl abgezweigt und illegal weiterverkauft zu haben. Dem Kremlkritiker droht eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren. Das Strafmass wird in den nächsten Tagen verlesen.

Gleichfalls für schuldig befunden wurde Chodorkowskis mitangeklagter Geschäftspartner Platon Lebedew. In einem ersten Prozess waren beide bereits wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Diese wäre in Kürze abgelaufen.

Putin forderte Verurteilung

Chodorkowski, der noch bis 2011 eine achtjährige Haftstrafe wegen Geldwäscherei absitzt, hat die Vorwürfe stets als politisch motiviert zurückgewiesen. Putin hatte kürzlich im Staatsfernsehen eine Verurteilung seines Erzfeinds Chodorkowski gefordert und war deswegen von Präsident Dmitri Medwedew ebenfalls in einem TV-Interview indirekt gerügt worden.

Chodorkowski hatte angekündigt, im Falle eines Schuldspruchs das Urteil anzufechten und notfalls bis vor den Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg zu ziehen. Deutschland und die USA hatten den Prozess wiederholt kritisiert.

Demonstration gegen Putin

Vor dem Gerichtsgebäude in Moskau versammelten sich 200 bis 300 Menschen, darunter viele Journalisten, da der Zugang zu dem Verfahren stark begrenzt war. Einige Unterstützer Chodorkowskis skandierten vor dem Justizgebäude «Freiheit für politische Gefangene» und «Russland ohne Putin». Auf einem Banner hiess es: «Jeder von uns kann zu einem Chodorkowski werden».

AFP7sda/dapd/miw

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