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«Putin will, dass Gelder zurück nach Russland fliessen»

Rettungsgelder für Zypern aus dem Osten: Russische Oligarchen sollen für den Euro bluten. Lässt Wladimir Putin dies zu? Dazu Russland-Kenner Hans-Henning Schröder.

Herr Schröder, was löst die vorgesehene Zypern-Rettung in Russland aus? In der russischen Presse ist ein gemischtes Echo zu hören. Einerseits ist man beleidigt, weil die Steuer auf Bankguthaben viele Russen treffen würde. Zudem wurde Russland von der EU nicht in die Verhandlungen miteinbezogen. Andrerseits ist eine gewisse Schadenfreude zu spüren, weil primär reiche Oligarchen und korrupte Beamte von der Steuer betroffen wären.

Bahnt sich in Zypern ein neuer Konflikt zwischen West und Ost an? Ich würde die aktuellen Geschehnisse nicht als Kräftemessen zwischen Europa und Russland werten. Für Europa besteht das Problem offensichtlich darin, dass ein Kleinstaat wie Zypern das ganze Währungsgefüge destabilisieren kann. Diesen Zustand möchte man verständlicherweise korrigieren. Als wichtiger Geldgeber für Zypern hätte Russland aber zumindest erwartet, in die Verhandlungen miteinbezogen zu werden. Die russische Führung hat dies gestern sehr deutlich gemacht.

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