Zum Hauptinhalt springen

Putin warnt Netanyahu vor weiteren Angriffen auf Syrien

Bei einem Treffen mit dem israelischen Premier sagte der russische Präsident, jeder Schritt zur «Destabilisierung» Syriens müsste vermieden werden. Derweil befürchtet die syrische Opposition eine Grossoffensive.

Sind sich in ihrer Syrien-Strategie uneins: Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu in Sotschi. (14. Mai 2013)
Sind sich in ihrer Syrien-Strategie uneins: Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu in Sotschi. (14. Mai 2013)
AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu vor einer «Destabilisierung» Syriens gewarnt. «Es ist entscheidend in diesem wichtigen Moment, jeden Schritt zu vermeiden, der die Situation destabilisieren könnte», sagte Putin in Sotschi laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Die syrische Opposition befürchtet derweil, dass 30'000 Zivilisten in der Stadt Kusseir durch eine bevorstehende Grossoffensive der Armee bedroht sind.

Netanyahu betonte nach dem Treffen mit Putin, Aufgabe der Regierung sei der «Schutz ihrer Bürger». Israels Luftwaffe hatte Anfang Mai Angriffe auf Ziele bei Damaskus geflogen und damit die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts genährt. Wenige Tage danach berichteten US-Medien, Russland wolle Syrien hochentwickelte Abwehrraketen vom Typ S-300 verkaufen, mit denen ein israelischer Angriff in Zukunft verhindert werden könnte.

Auch andernorts liefen diplomatische Bemühungen um eine Lösung des Syrienskonflikts: In Amman kündigte die jordanische Regierung an, Mitte kommender Woche ein Treffen der «Freunde Syriens» abzuhalten. Daran sollten vor allem europäische und arabische Staaten sowie die Türkei und die USA teilnehmen. Das Auswärtige Amt kündigte für Mittwoch einen Besuch des russischen Aussenminister Sergej Lawrow in Berlin an.

Drei Hauptverdächtige nach Syrien geflohen

US-Aussenminister John Kerry äusserte derweil die Hoffnung, dass die kürzlich mit Russland vereinbarte Konferenz zu Syrien Anfang Juni stattfinden könne. Kerry warnte, sollte Syriens Staatschef Bashar al-Assad daran nicht teilnehmen, würden die USA die Unterstützung für die Opposition erhöhen. US-Präsident Barack Obama und der britische Premier David Cameron hatten sich am Montag in Washington dafür ausgesprochen, den Druck auf Damaskus zu erhöhen.

Unterdessen berichteten türkische Zeitungen, die drei Hauptverdächtigen des Autobombenanschlag im südtürkischen Reyhanli am Samstag seien nach Syrien geflohen. Darunter sei auch ein ranghoher Beamter des syrischen Geheimdienstes. Laut dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan wurden 13 Verdächtige inhaftiert, die Zahl der Todesopfer sei auf 51 gestiegen. Die syrische Regierung erklärte, sie sei bereit, sich an einer gemeinsamen Untersuchung der Anschläge zu beteiligen.

Hilfe «bis auf den Penny» geleistet

Die syrische Opposition warnte vor einem drohenden Angriff auf die Rebellenhochburg Kusseir. Angesichts der Mobilisierung dutzender Panzer und grosser Mengen Truppen am Rande der zentralsyrischen Stadt seien 30'000 Zivilisten in einer «extrem gefährlichen Situation», erklärte die oppositionelle Nationale Koalition. Sie rief internationale Hilfsorganisationen auf, der Bevölkerung der Stadt, die seit einem Jahr von den Aufständischen gehalten wird, zur Hilfe zu kommen.

Die EU-Kommission kritisierte, die Weltgemeinschaft habe erst rund die Hälfte der Anfang des Jahres für die Krise in Syrien versprochenen Hilfe gezahlt. «Von den 1,5 Milliarden Dollar fehlt noch fast die Hälfte», sagte die für humanitäre Krisen zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Die EU habe ihren Teil der Ende Januar bei einer Konferenz in Kuwait zugesagten Hilfe «bis auf den Penny» geleistet. Die EU hatte 370 Millionen Dollar (damals umgerechnet rund 275 Millionen Euro) zugesagt.

AFP/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch