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Prominenter Protest gegen Putin

UNO-Chef Ban Ki-moon kritisiert in Sotschi die homophobe Politik Russlands. Und 200 Schriftsteller aus aller Welt, darunter zwei Schweizer, veröffentlichen einen Brief an den Kreml.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an die russische Regierung gehören Salman Rushdie, ...
Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an die russische Regierung gehören Salman Rushdie, ...
Keystone
...Orhan Pamuk, ...
...Orhan Pamuk, ...
Keystone
...und Peter Stamm.
...und Peter Stamm.
Keystone
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Einen Tag vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zur Unterstützung von Homosexuellen aufgerufen. «Wir alle müssen unsere Stimme gegen Angriffe auf Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen erheben», sagte Ban heute Vormittag bei einer Rede vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK) in Sotschi. «Wir müssen gegen Festnahmen, Inhaftierungen und diskriminierende Restriktionen, denen sie ausgesetzt sind, aufbegehren.»

Damit kritisierte der Diplomat aus Südkorea indirekt auch Kreml-Chef Wladimir Putin und dessen Antihomosexuellengesetz, das seit mehreren Monaten weltweit für grosse Empörung sorgt. Homosexuelle dürften bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi entspannt sein, sagte kürzlich Russlands Präsident Putin, «solange sie sich von Kindern fernhalten». Und er sorgte für neue internationale Empörung, weil er suggerierte, dass Homosexuelle sich bevorzugt jungen Menschen nähern würden.

Schriftstellerschreiben: Freiheit in Gefahr

Dem Protest gegen Russlands Politik haben sich inzwischen mehr als 200 bekannte Autoren aus aller Welt angeschlossen. Sie verurteilen in einem heute in der britischen Zeitung «Guardian» veröffentlichten offenen Brief die russischen Homosexuellen- und Blasphemiegesetze. Diese werden von den Schriftstellern als «Würgegriff» angeprangert. «Eine gesunde Demokratie muss die unabhängigen Stimmen aller ihrer Bürger hören», heisst es darin. Die Weltgemeinschaft müsse die Vielfalt der russischen Meinungen hören «und von ihr bereichert werden». Daher fordern die Unterzeichner die russische Regierung auf, die Gesetze, die eine «freie Meinungsäusserung ausser Kraft setzen», wieder aufzuheben.

Unterzeichnet wurde der Appell unter anderem von den Nobelpreisträgern Günter Grass, Wole Soyinka, Elfriede Jelinek und Orhan Pamuk. Weitere prominente Unterstützer sind Salman Rushdie, Paul Auster, Margaret Atwood und Jonathan Franzen. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Schweizer Schriftsteller Peter Stamm und Gabrielle Alioth.

Die Olympischen Winterspiele in der Schwarzmeerstadt Sotschi beginnen am Freitag und enden am 23. Februar. Wegen eines Gesetzes gegen sogenannte homosexuelle Propaganda vor Minderjährigen riefen einzelne Sportler, Künstler und Politiker zum Boykott des Sportgrossereignisses auf. Gewaltsame Übergriffe auf Homosexuelle in Russland hatten zuletzt zugenommen.

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