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Portugals Polizisten protestieren gegen Sparprogramm

5000 portugiesische Polizeibeamte gingen gestern in Lissabon auf die Strasse. Sie demonstrierten gegen die Mitte-rechts-Regierung und deren Sparpolitik.

«Schluss mit Kürzungen»: 5000 Polizisten demonstrieren in Lissabon. (6. November 2012)
«Schluss mit Kürzungen»: 5000 Polizisten demonstrieren in Lissabon. (6. November 2012)
Reuters

Bei der grössten Demonstration von Polizisten in der Geschichte Portugals haben rund 5000 Beamte gegen die Sparpolitik in ihrem Land protestiert. Sie marschierten gestern am späten Abend zum Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Lissabon.

Die Polizisten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit: Schluss mit den Kürzungen» und beschimpften die Angehörigen der Mitte-rechts-Regierung in Parolen als «Diebe». Wie bei anderen Protesten forderten die Teilnehmer erneut den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho.

«Demotivierte Polizeibeamte»

Die Beamten seien wegen der vielen Kürzungen «demotiviert», sagte der Chef der Polizei-Gewerkschaft, Paulo Rodrigues, in einer Rede. Er rief die für die öffentliche Sicherheit zuständigen Politiker auf, «in Uniform Verbrecher in (Polizei-)Fahrzeugen zu jagen, die vor Altersschwäche auseinanderfallen».

Portugal erhielt 2011 von der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Im Gegenzug will die Regierung bis 2014 das Etatdefizit auf die EU-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken.

Im Zuge der Sparmassnahmen wird die Wirtschaft 2012 nach amtlicher Schätzung um mindestens drei Prozent schrumpfen.

SDA/chk

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