Zum Hauptinhalt springen

Poroschenko für Englisch als erste Fremdsprache

Der ukrainische Präsident befeuert den Sprachenstreit im Land: Je mehr Englisch gesprochen werde, desto besser werde es der Ukraine ergehen, sagt er. Bei der russischsprachigen Bevölkerung stösst dies auf Unmut.

Seit der Unabhängigkeit 1991 ist Ukrainisch die einzige Amtssprache des Landes: Präsident Petro Poroschenko.
Seit der Unabhängigkeit 1991 ist Ukrainisch die einzige Amtssprache des Landes: Präsident Petro Poroschenko.
Reuters

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat sich dafür ausgesprochen, künftig an den Schulen Englisch statt Russisch als erste Fremdsprache zu unterrichten.

«Englisch sollte die zweite Sprache werden, die an Schulen gelehrt wird», sagte Poroschenko bei einem Besuch in der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg), wo die Bevölkerung überwiegend Ukrainisch spricht und eine Annäherung an die Europäische Union unterstützt.

Die Äusserungen dürften bei der russischsprachigen Bevölkerung auf Unmut stossen, die sich ohnehin durch die prowestliche Regierung Poroschenkos benachteiligt sieht.

Langer Streit

Poroschenko sagte, es gebe einen Zusammenhang zwischen den Englischkenntnissen und dem Lebensstandard einer Gesellschaft und verwies auf das Beispiel von Singapur, wo in den 1950er Jahren Englisch als zweite Amtssprache eingeführt wurde.

«Je mehr Ukrainer Englisch sprechen, umso besser wird es der Ukraine ergehen», sagte der Präsident, der selbst gut Englisch spricht. Die Sprachenfrage sorgt in der Ukraine seit langem für Streit. Die frühere Sowjetrepublik ist geteilt zwischen einem überwiegend Ukrainisch sprechenden Westen und dem russischsprachigen Osten.

Seit der Unabhängigkeit 1991 ist Ukrainisch die einzige Amtssprache des Landes - regional gilt allerdings auch Russisch oder Rumänisch. Im Osten empfinden dies viele als Diskriminierung und fordern die Einführung von Russisch als zweite Amtssprache.

Seit dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar hat der Sprachenstreit wieder an Aktualität gewonnen.

SDA/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch